1. Amina und der Jurist – Ungewöhnliches Matching einer Partnersuche


    Datum: 27.01.2026, Kategorien: 1 auf 1,

    ... so?"
    
    "Ich bin 25 Jahre alt und Studentin der Slawistik", erzählte Amina, und wieder dieser leichte Akzent, der ihre Worte so charmant machte und ihnen eine besondere Note verlieh. "Geht mal besser, mal schlechter mit dem Studium. Manchmal packt mich die Motivation, dann wieder nicht so ganz. Ich bin nicht so der Typ, der sich in Bücher vergräbt wie du." Sie zuckte die Schultern, eine Geste der Gelassenheit.
    
    Aminas erster Glimmstängel war nun fast zu Ende geraucht. Ehe sie diesen im Aschenbecher ausdrückte, nahm sie ganz bewusst einen besonders tiefen letzten Zug, hielt den Rauch einen Moment in ihren Lungen, bevor sie ihn langsam ausstieß. Ohne sich eine Verschnaufpause zu gönnen, griff sie beinahe instinktiv sofort zur nächsten Zigarette und zu meinem Feuerzeug, um sie zu entzünden, ein Ritual, das sich während unseres Gesprächs laufend wiederholte, sodass ich es bald nur mehr unterbewusst wahrnahm.
    
    "Bist du aus dem Ausland?", fragte ich, ohne böse Absicht, einfach nur neugierig auf ihre Herkunft, die sich in ihrem Akzent und ihrem Aussehen spiegelte. Es war eine Frage, die mir sonst eher unhöflich, da zu persönlich, vorgekommen wäre, aber in diesem Moment, in dieser ungewohnten Intimität, erschien sie mir natürlich.
    
    Ihr Lächeln wurde etwas ernster, aber nicht weniger warm. Eine verhaltene Melancholie schien kurz über ihre Augen zu huschen. "Ja", flüsterte sie leise. "Meine Eltern und ich sind vor 12 Jahren, unmittelbar nach Ausbruch des Bosnienkrieges, von dort ...
    ... nach Wien gekommen. Ich war damals noch ein Kind, ungefähr 13. Wir haben hier in bescheidenen Verhältnissen Fuß gefasst, aber wir haben es geschafft, uns ein neues Leben aufzubauen. Meine Eltern haben hart gearbeitet, in Putzjobs und auf dem Bau, um uns hier zu etablieren, und ich bin die Erste in der Familie, die studiert." Ihre Worte waren schlicht, aber in ihnen schwang eine berührende Geschichte mit, eine Geschichte von Flucht und Neubeginn, von Widerstandsfähigkeit und bescheidenem Stolz, die mich sehr beindruckte. Es gab ihr eine Tiefe, die ich bei vielen meiner Bekannten vermisste.
    
    Ich empfand eine Welle der Bewunderung für diese junge Frau, die so viel durchgemacht hatte und dennoch so selbstbewusst und offen hier saß. "Du bist unglaublich hübsch, Amina", platzte es aus mir heraus, ein Kompliment, das mir direkt von den Lippen kam, ungefiltert und aufrichtig. "Und ich bin so fasziniert davon, dass du rauchst." Das Letzte war fast ein Geständnis, eine Offenbarung meiner innersten, widersprüchlichen Neigungen.
    
    Sie lachte leise, ein warmes, volles Lachen, das mich für einen Moment meine Unsicherheit vergessen ließ. "Das Rauchen gehört bei uns in Ex-Jugoslawien einfach dazu", erklärte sie, als wäre es eine kulturelle Selbstverständlichkeit. "Auch meine Eltern sind beide Raucher, seit sie jung sind. Ich inzwischen sogar stärker als sie, glaube ich." Sie nahm noch einen Zug von ihrer Zigarette. "Wie lange rauchst du denn schon, Amina? Und wie viel so am Tag?", legte ...
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