1. Amina und der Jurist – Ungewöhnliches Matching einer Partnersuche


    Datum: 27.01.2026, Kategorien: 1 auf 1,

    ... verunsicherte. War ich wirklich so offensichtlich der Außenseiter auf der Party? Sprach aus jeder Faser meines Seins der Jurist und Bücherwurm, der keine Ahnung von dieser speziellen Welt hatte? Oder war es meine unsichere Haltung, mein fehlendes Selbstvertrauen, das sie sofort erkannte?
    
    Niedergeschlagen ging ich allein zur Theke. Meine Schultern hingen leicht nach vorne und ich spürte die Hitze, die in mein Gesicht stieg. "Einen Campari Soda, bitte", bestellte ich, meine Stimme leiser als beabsichtigt. Der Barkeeper nickte kurz und reichte mir das Glas. Das Eis klirrte leise, als ich es entgegennahm. Der leicht bittere Geschmack des Campari passte perfekt zu meiner Stimmung.
    
    Ich starrte an das andere Ende der Theke und wurde Zeuge eines Aufrisses, wie er im Bilderbuch steht, der mir meinen eigenen Misserfolg schmerzhaft vor Augen führte. Obwohl ich nicht hören konnte, was da einige Meter von mir entfernt gesprochen wurde, entfaltete sich die Szene wie ein Stummfilm, der auch ganz ohne Worte leicht verständlich war und keinen Zweifel übrig ließ: Eine junge Studentin trat eine Zigarette rauchend von der Tanzfläche kommend zur Bar. Sie hatte braunes, schulterlanges Haar, trug eine Brille und ihre leicht mollige Figur steckte in einer schwarzen Lederhose und einem engen roten Top, das sie auf eine Art trug, die suggerierte, dass sie darauf aus war, heute Abend abgeschleppt zu werden. Ein supercooler Typ, Mitte 20, der direkt aus einem amerikanischen Studentenfilm hätte ...
    ... stammen können, gepflegte Haare, ein breites Grinsen auf den Lippen und eine lässige Selbstsicherheit in jeder Bewegung, gesellte sich zu ihr. Ohne zu zögern, orderte er einen Cocktail für sie. Es war offensichtlich, dass sie sich nicht kannten, denn er stellte sich kurz vor und die beiden schüttelten sich die Hände. Er wirkte sehr souverän und die Frau genoss die Aufmerksamkeit so sichtlich, dass es kaum fünf Minuten dauerte, bis sie sich dem Charme des Mannes ergab. Plötzlich zog der Jung-Casanova - für alle Anwesenden wahrnehmbar - mit einer nahezu selbstverständlichen Geste ein Präservativ aus seiner Jackentasche und seine Eroberung lächelte sichtbar erleichtert. Er deutete mit dem Finger in Richtung der Toiletten und sie nickte leicht errötet. Bevor das frisch verliebte Paar aus meinem Blickfeld im Gedränge verschwand, strich er ihr mit seiner rechten Hand noch über den dicken Hintern und zwickte in das Leder, das diesen bedeckte. Ich begriff sofort, war von dieser offen zur Schau gestellten expliziten Direktheit befremdet und zugleich neidisch.
    
    Mit dem Drink in der Hand schlenderte ich langsam durch das Lokal. Meine Augen suchten nach diesem erneuten emotionalen Tiefschlag nach einem Anker, nach irgendeinem Zeichen, dass ich nicht völlig verloren war. Die Musik schien lauter, erdrückender geworden zu sein, jetzt, da ich keine direkten Gespräche führte. Der Bass wummerte durch meinen Körper. Ich beobachtete die jungen Leute, die sich langsam ins Getümmel stürzten, ...
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