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Erregung
Datum: 02.02.2026, Kategorien: Reif
... hängende. Nackt. Nicht schön. Nicht ruhig. Nicht in sich ruhend. Sondern zerrend. Verstaucht. Die Zunge, sagte man, sei geschwollen gewesen. Blau. Herausgedrückt. Die Augen nicht geschlossen. Und ich dachte: Warum? Warum nicht anders? Warum nicht leiser? Warum nicht mit Musik? Mit Vorhängen? Mit einem Glas in der Hand? Aber das war nicht Beate. Das war nie Beate. Beate war ein lauter Tod. Ein hängender. Ein nackter. Ein, den man nicht vergessen kann. Weil er sichtbar bleibt. Im Handtuchhalter. Im Bad. In uns. Beate! Die glückliche? Mitte Fünfzig. Alleinerziehend, erfolgreiche Journalistin, kulturversessen, angeblich stabil - wie man so sagt, wenn man keine Ahnung hat. Und auch sie, natürlich, eine Affäre. Wie könnte es anders sein. Nicht irgendeine. Keine beiläufige. Keine kleine Episode. Sondern etwas Eigenes, Unberechenbares. Beate eben. Immer schon anders. Immer schon ein bisschen zu viel. Sie war die, die lachte, wenn man sie schlug. Die, die sagte: „Nein - fester!" Die, die sich auf dem Balkon ausziehen wollte, „weil das Leben zu kurz ist für Unterwäsche", und die, wenn man sie fragte, ob sie sich nicht schämte, antwortete: „Ich schäme mich dauernd - das macht den Reiz." Sie war die, die es nackt mochte, kalt mochte, grob mochte. Die, die einen ansah, während sie schluckte, und fragte: „Magst du das sehen?" Ich mochte. Ich hasste mich dafür. Und ich mochte. Ich erinnere mich an diesen letzten ...
... Nachmittag. Noch keine drei Wochen her. Sie hatte mich eingeladen, ohne Anlass. „Nur so", sagte sie am Telefon, „weil ich sonst vergesse, dass ich noch lebe." Und ich war hingefahren. Aus alter Verpflichtung. Aus Neugier. Aus Laster. Nein - aus Lust und Geilheit... aber wer gibt dies schon zu. Sie öffnete in einem Morgenmantel - alt, grau, zu dünn. Man sah die Brüste durch, noch erstaunlich fest, der Warzenhof groß, die Haut bleich. Sie küsste mich auf die Wange, auf den Hals, dann auf den Mund. Ohne Übergang. Als hätte es kein Jahr Pause gegeben. Keine Entfremdung. Kein Alter. Und dann das Ritual. Immer dasselbe. Sie setzte sich auf ihren Schreibtischstuhl, zog das Höschen zur Seite, sagte: „Siehst du das?" Ich sah. Ich wusste, was kommen würde. Ich hätte gehen können. Ich blieb. Sie drehte sich um, beugte sich über den Schreibtisch, sagte nichts, wartete. Und ich tat es. Wie immer. Wie bestellt. Wie befohlen. Ich kniete mich hinter sie, fasste sie an den Hüften, zog sie zu mir - und sie war feucht. Wie immer. Wie immer. Aber etwas war anders. Ihre Haut roch anders. Nach Müdigkeit. Nach Abschied. Ich nahm sie, mit jener mechanischen Kraft, die sie so liebte, jene Kraft, die nichts versprach und alles bedeutete. Sie stöhnte, jaulte, flehte, rieb sich an der Kante des Schreibtisches, murmelte etwas von „Gott ist tot" und „bitte, schlag mich doch wieder". Sie hatte ihn zitiert, ...