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Erregung
Datum: 02.02.2026, Kategorien: Reif
... Begierde. Aber mit Erfahrung. Die Tür zum Bad war offen. Sie trat ein. Drehte sich nicht um. Ließ die Tür angelehnt. Eine Einladung. Oder eine Falle. Ich trat ein, schloss die Tür nicht. „Du bist also doch noch neugierig", sagte sie. „Ich bin bloß müde", sagte ich. „Dann leg dich doch auf mich", sagte sie. Und ich tat es. Wir standen zwischen Fliesen, Duftkerzen, Seifenspendern. Ein Gäste-WC mit Marmorplatte. Ein Designstück für Fremde. Und wir benutzten es, wie man es nicht benutzen sollte. Sie drehte sich um, stützte sich auf das Waschbecken. Zog ihr Kleid hoch, nicht elegant, sondern mit einer Hast, die alles aufdeckte, was der Abend verbergen wollte. Sie trug nichts darunter. Natürlich nicht. Claudia war nie eine Frau für Höschen. Ich öffnete meine Hose, halb, nicht ganz, es ging schnell. Zu schnell. Das war der Punkt. Es musste schnell gehen. Nicht der Lust wegen. Der Gefahr wegen. Ich stieß in sie ein. Hart. Rücksichtslos. Sie keuchte auf. „So wie damals", sagte sie. „Nur verrückter", sagte ich. „Wir waren nie verrückt genug", sagte sie. „Wir waren nie klug genug, aufzuhören", sagte ich. Es war ein Kampf. Kein Liebesspiel. Ein Auslöschen. Ein Trotzakt gegen den Sarg da draußen, gegen Beates Tod, gegen das Altern, gegen die Erinnerung. Sie presste sich gegen den Spiegel. Ich zog sie zurück. Sie fluchte. Ich lachte. Dann Stimmen. Vor der ...
... Tür. Zwei Männer. Einer hustete. Der andere sagte: „Wo ist Claudia?" Ich hielt inne. Sie nicht. Sie stieß zurück. Stumm. Fordernd. Lauter werdend, nicht hinsichtlich des Schmatzens an unseren Lenden gemeint Ich hielt ihr den Mund zu. Sie biss hinein. Ich stieß wieder. Ein letzter, dumpfer Schlag, so wie ich dachte und doch zugleich ersehnte: Es war nicht der letzte. Nicht wirklich. Es war nur ein Moment, ein Punkt in der Bewegung, die längst ein Eigenleben hatte, die sich von mir gelöst hatte, obwohl ich es war, der sie vollführte, diese Bewegung, dieses unaufhaltsame, immer härter werdende, immer rasender anschwellende triebhafte, animalisch werdende Stoßen, das längst keinen Rhythmus mehr kannte, nur noch Tempo, nur noch Wucht, nur noch dieses innere Drängen, das sich nach außen warf wie ein Tier, das ausbrechen will, das sich nicht mehr halten lässt, das drängte, dass ich schneller wurde, stoßender, pumpender, schlagender, bis es nur noch Schläge waren, gegen ihr Fleisch, gegen mein Fleisch, gegen alles, was dazwischen war. Ein saugendes Schmatzen und ein schmatzendes Saugen dort, wo wir uns vereinten und trennten und ineinander verkeilten und wieder auseinander rissen. Und sie saugte. Nicht mit dem Mund, sondern mit dem Körper. Sie saugte mich ein, saugte mich auf, saugte mich aus, als hätte sie in sich eine Leere, die nur durch mich gefüllt werden konnte, durch meine Härte, durch mein Pulsieren, durch mein Zucken. Und ich spürte, wie sie ...