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Erregung
Datum: 02.02.2026, Kategorien: Reif
... archaische Versprechen in dieser Geste, in dieser Bitte, in diesem Blick über die Schulter, der sagt: Du darfst, aber du musst wissen, was du tust. Und ich tat es. Langsam. Mit Bedacht. Ich durchschritt das Tor, langsam, spürend, wie ihr Körper sich verkrampfte, wie er sich zugleich öffnete, wie Schmerz und Lust nicht mehr zu trennen waren, wie ein Zittern sie ergriff, das mich durchlief, als wäre es mein eigenes. Ich spürte mich ganz. Ich war ganz in ihr. Ich war ganz bei mir. Und ich verströmte mich, langsam, dann schneller, dann haltlos, bis ich auflöste, was sich nicht auflösen ließ, bis ich kam. Nicht einfach nur kam. Sondern mich verströmte. Tief in ihr. In diesem verbotenen Raum. Und später, später lag sie still. Und ich sah, wie ich aus ihr kam. Ich sah, wie ich noch war. Noch in ihr. Noch nicht draußen. Noch nicht entlassen. Und ich fragte mich, warum sie das wollte. Warum ausgerechnet von mir. Ob ich eine Projektionsfläche war. Ob ich der war, der es für sie tun musste, weil die anderen es nicht konnten, nicht wollten, nicht wussten, nicht wagten. Und ich, halb betrunken, halb überwältigt, fragte mich, ob ich nicht ebenfalls nur gespielt hatte, ob ich nicht ihre Vorstellung erfüllt hatte, nicht meine, ob ich nicht nur ein Körper war, den sie als Werkzeug benutzte, um sich selbst zu begegnen. Ich fragte mich, ob ich jemals gewollt hatte, was ich da getan hatte. Und doch wusste ich, in dem Moment war es richtig. Es war wahr. Es war reiner als alles andere. ...
... Sodoms Tor war geöffnet worden. Und ich war hindurchgegangen. Und ich würde es nie wieder vergessen. Justine? Und ich dachte, es sei vorbei, ich dachte, das war es, das war der Moment, das war die Entladung, die wir beide brauchten, ich dachte, ich würde sie lösen, sie befreien, ich dachte, ich würde sie halten, oder wenigstens abdecken, mit einem Tuch, mit einem Handtuch, einem dieser weißen, frischen, sauberen, faltenlos gefalteten Handtücher, die man in solchen Badezimmern immer hat, aber sie schüttelte den Kopf, sie schüttelte nur ganz leicht den Kopf, die Arme noch oben, die Handgelenke noch im Griff des Seidentuchs, das nicht schnürte, aber hielt, und sie sah mich an, sie sah mich an mit diesem Blick, der nicht fragte, nicht flehte, nicht forderte, sondern wusste, dass er schon gesprochen hatte, sie sah mich an und sagte nichts, nur ein Wort:„Noch." Ich wusste nicht, was sie meinte, ich wagte nicht zu fragen, aber ich spürte es, ich spürte es an der Art, wie sie die Schultern spannte, wie sie das Becken leicht drehte, wie sie den Blick nicht senkte, sondern hob, langsam, kontrolliert, und ich fragte leise:Was meinst du, und sie sagte:„Du sollst mich schlagen." Ich erstarrte. Ich dachte, ich hätte mich verhört. Ich dachte, sie meinte etwas anderes, etwas Symbolisches, eine Geste, keine Handlung. Aber sie sagte es noch einmal, deutlicher: „Schlag mich. Ich will, dass du es tust." Und ich sagte:Ich hab das nie getan. Und sie:„Eben deshalb." Und ...