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Erregung
Datum: 02.02.2026, Kategorien: Reif
... ich:Ich will dir nicht weh tun. Und sie:„Dann tu es für mich." Ich hob die Hand. Ich ließ sie sinken. Ich zögerte. Ich sah ihre Haut, ihre Arme, die sich nicht wehrten. Ich sah ihren Nacken, der sich nicht duckte. Ich hob die Hand wieder. Und ließ sie niedergehen. Einmal. Leicht. Zögerlich. Auf den Oberschenkel. Sie lächelte. Nicht zynisch. Nicht spöttisch. Sondern wissend. Sie sagte:„Mehr." Ich tat es wieder. Einmal. Dann ein drittes Mal. Ich schlug sie, nicht hart, aber klar. Ich schlug sie auf das Gesäß, auf die Schenkel, auf die Flanke. Ich sah, wie ihre Haut errötete, nicht nur dort, wo ich schlug, sondern überall, wie ihr Körper aufleuchtete, wie eine Fläche, die sich zu öffnen begann. Und sie sagte:„Du nennst mich jetzt Justine." Ich erstarrte. Natürlich kannte ich den Namen. Natürlich wusste ich, was das bedeutete. Nicht einfach eine Rolle. Nicht einfach ein Spiel. Sondern eine Haltung. Eine Figur. Ein Abgrund. Ich sagte:Justine. Und sie:„Mehr." Ich schlug sie fester. Ich schlug sie mit flacher Hand. Ich spürte, wie ich zitterte. Nicht vor Wut. Nicht vor Lust. Vor der Tatsache, dass ich es tat. Dass ich es konnte. Dass ich ihr gab, was sie verlangte. Was sie offenbar schon lange wollte. Vielleicht immer. Ich sagte:Justine. Und sie:„Fester." Und sie wurde ruhiger. Nicht passiv. Aber gelöster. Sie schloss die ...
... Augen. Sie ließ sich fallen, nicht aus Schwäche, sondern aus Überzeugung. Sie wurde zu Justine. Sie wurde zu der, die leidet, aber nicht bricht, die sich ergibt, aber nicht unterwirft, die genießt, aber nicht gesteht. Ich flüsterte:Justine. Und sie flüsterte: „Fester" Ich schlug sie noch einmal. Ich küsste die Stelle danach. Ich streichelte die Haut. Ich roch ihren Duft, anders jetzt, schärfer, dunkler, wie eine Mischung aus Schweiß und Auflösung. Und ich fragte mich, ob das Beate je wollte. Ob Beate je Justine sein wollte. Oder ob sie nur schweigend starb, weil niemand sie fesselte, niemand sie schlug, niemand sie fragte, ob sie es wolle. Ob sie es gebraucht hätte. Ob es das gewesen wäre, was sie gerettet hätte: ein elektrischer Handtuchtrockner, ein Seidentuch, eine flache Hand. Ich schlug Claudia noch einmal. Nicht mit Gewalt. Mit Wissen. Mit Demut. Und sie kam noch einmal. Langsam. Lautlos. Als Justine. Mit offenem Mund. Mit geschlossenen Augen. Mit sich. Und ich wusste: Ich würde sie nie wieder so sehen. Ich fragte mich das, natürlich fragte ich mich das, ich konnte nicht anders, ich war ja schon in dieser Bewegung des Fragens, in diesem Strudel, in diesem Kreislauf, der beginnt mit der ersten Unsicherheit und nie wieder aufhört, ich fragte mich, was sie wussten, die anderen, Claudia, die Tochter von Beate, von der ich noch immer den Namen nicht wusste, weil sie ihn nie sagte, weil ich ...