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Erregung
Datum: 02.02.2026, Kategorien: Reif
... somit Jenseits von Gut und Böse angesiedelt. Und ich dachte, wie es wäre, wenn sie mich festhielten. Nicht festnahmen, nicht juristisch, sondern körperlich. Wenn sie mit ihren Händen, diesen lackierten, festen durch grellen Nagellack gepflegten Fingern, unter die Kleidung griffen, in das Hemd, in die Hose, wenn sie das taten, was ich nie zu träumen gewagt hätte, was ich aber nun, in diesem Zustand, in dieser Schwäche, doch dachte, doch spürte, wie eine zweite Realität, die sich von unten hocharbeitete. Ich stellte mir vor, wie sie die Uniform trugen, nicht aus Pflicht, sondern aus Stolz. Aus Überzeugung heraus. Mit Haltung. Mit diesem Bewusstsein für Macht, das so selten bei Frauen zu sehen ist, und wenn doch, dann ist es nicht bloß Wirkung, sondern Wirkung mit Wille. Die eine hatte sicher einen Knüppel. Knüppel, nicht Peitsche. Knüppel! Vielleicht in der Handtasche. Vielleicht am Gürtel. Vielleicht als Dildo. Ein Umschnallgerät. Ich sah es plötzlich vor mir, wie sie ihn herausnahm, wortlos, langsam, wie sie sich vorbereitete, wie sie sich das Gerät umband, wie sie es festzog, mit kleinen, genauen Bewegungen, wie eine Ärztin vor einer Operation. Oder eine Schergin, welche die Festigkeit des Galgenstricks zu prüfen beauftragt war. Ich dachte, ob das bei Pasolini auch so war. War das dort nicht auch ein Teil der Mechanik? Die Umkehrung? Die Frau, die nicht Opfer war, sondern Vollstreckerin? Ich erinnerte mich an die eine Szene, in der die Frau einen der Jungen mit dem ...
... Gürtel zwang, auf die Knie, nicht laut, nicht hysterisch, sondern kontrolliert. Ich spürte diese Kontrolle jetzt, von der Frau im Raum, von der, die vielleicht gar nicht da war, aber nun in mir. Ich spürte, wie sich mein Körper regte. Ich spürte, wie ich sie wollte. Wie ich wollte, dass sie mich an die Wand drückten. Dass sie mir sagten, ich sei ruhig. Dass sie mich zum Schweigen brachten, nicht mit einem Befehl, sondern mit dem Druck ihres Körpers, ihrer Uniform, ihrer kalten Metallknöpfe, ihrer halboffenen Bluse, ihrer spürbar straffen Oberschenkel. Ich wollte, dass sie mich nahmen. Dass sie mich nahmen, wie ich die Frauen genommen hatte. Nicht aus Hass. Nicht aus Rache. Aus Ordnung. Aus Verlangen. Aus Reinszenierung. Und ich wusste: Ich würde nicht kämpfen. Ich würde mich nicht wehren. Ich würde mich öffnen. Ich würde die Hosen lassen. Ich würde das Hemd öffnen. Ich würde mich beugen, wie man sich beugen muss, wenn man geprüft wird, nicht aus Schuld, sondern aus Zustimmung. Ich stellte mir vor, wie sie mir sagten: Jetzt. Und dann. Und dort. Ich stellte mir vor, wie ich kniete. Wie sie mir in den Nacken fassten. Wie sie sich hinter mir positionierten. Ich dachte nicht mehr. Ich fühlte nur. Ich fühlte, wie mein Körper sich vorbereitete. Ich dachte, dass das vielleicht meine Strafe war. Meine Sühne. Mein Ziel. Von Frauen genommen zu werden, die wussten, was sie taten, die wussten, was ich war, die wussten, dass ich es wollte, ohne dass ich es je gesagt hätte. Und ich dachte ...