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Brauchtumspflege
Datum: 04.02.2026, Kategorien: BDSM
... alles vom hiesigen Brauchtum zu berichten“ Franziska horchte auf. Ach, das war ja interessant. Silke und Lena saßen an benachbarten Schreibtischen. Stammte Silke nicht aus der Region? Emden? Wilhelmshaven? Franziska zermarterte sich das Hirn, konnte es aber nicht mehr genau erinnern. Warum sollte sie Lena das Versprechen abringen, ihr vom Brauchtum auf Krubom zu berichten? Vermutlich war in Teilen Ostfrieslands zumindest grob oder gerüchteweise bekannt, was sich an diesem speziellen Tag so auf Krubom zutrug. Lena hatte Franziska zur Tür des Inselmuseums gezogen. „Mist aber auch!“ Heute geschlossen stand auf dem Schild an der Eingangstür. „Hi Mädels“ erklang es da hinter ihnen und Franziska zuckte kurz zusammen. Hinter ihnen stand Wiebke aus dem Restaurant. Es stellte sich heraus, dass Wiebke Leiterin des Museums war, die Welt äh Insel war klein! „Kommt rein, ich kann euch eine Kurzführung geben dafür, dass ihr den Tisch mit uns geteilt habt!“ Dieses Angebot konnten Franziska und Lena nicht abschlagen. „Hier auf Krubom haben die meisten von uns mindestens zwei Jobs. Ihr Gäste macht halt ne Menge Arbeit“ grinste sie neckisch. „Jan ist zum Beispiel beim Küstenschutz und arbeitet nebenbei noch etliche Stunden in der Ferienvermietung seiner Eltern mit. Ich leite das Museum, aber mein Brot-und-Butter-Job…“ Wiebke giggelte, hatte diesen Spruch sicher nicht zum ersten mal gebracht, „… ist Bäckereifachverkäuferin. Im Schnelldurchlauf ging es einmal durch die Ausstellung. ...
... Schiffsmodelle, Seezeichen, Fischernetze, ein früher Strandkorb aus dem 19 Jahrhundert. Unter der Decke hing ein riesiges Skelett eines Grindwals. Franziska war kein Fan von Heimatmuseen – ob nun auf dem Festland oder auf der Insel. Sie musste allerdings zugeben, dass Wiebke ihre Sache gut machte, die Erklärungen mit amüsanten Anekdoten und flapsigen Sprüchen auflockerte. Ihr war anzumerken, dass sie es liebte, ihre Heimat den Besuchern nahe zu bringen. Sie standen nun vor einem Regal mit allerlei alten, in Leder gebundenen Schinken. Franziska blieb zurück, während sich die Führung im nächsten Raum nun um ostfriesische Weihnachtsbräuche drehte. Wiebke drehte so richtig auf und Franziska fragte sich ob der Redegeschwindigkeit, ob sie mit Irene Hansen verwandt sein könnte. Ausgeschlossen wäre es auf dieser kleinen Insel nicht. Alte Bücher fand sie immer schon anziehend. Wer mag darin geblättert haben, lange bevor sie überhaupt geboren war? Franziska zog vorsichtig einen besonders dicken Wälzer aus dem Regal. Das Buch der Friesen. Sie schlug eine Seite im vorderen Drittel auf und las. „Der Ostfriese trinkt wenig, dafür aber oft und viel“. Plopp, plopp, plopp, fielen drei dünne, aber nicht weniger historisch angehauchte Hefte um, die im Regal direkt neben dem Wälzer gestanden hatten. Manuskript des Jokovolt stand auf jedem der Bände. Franziskas Puls schnellte sofort in die Höhe. Das musste sie sehen! Es stellte sich heraus, dass es drei Ausgaben des exakt selben Buches waren. Auf etwa 40 ...