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Brauchtumspflege
Datum: 04.02.2026, Kategorien: BDSM
... Seiten Texte und Abbildungen zum Ablauf des Jokovolt. Nach allgemeinen Beschreibungen und einigen Texten traditioneller Gesänge folgte schließlich eine Art Gesetzestext. Gewichtige Regularien zum Ausrichten des Jokovolt. Regularium 1: Wenn dem Jokovolt dürstet, ist es geboten, ihm vom feynsten Tranke zu reichen, den die Insel Krubom aufzubieten habe. Regularium 2: Mit dem letzten Sonnenstrahle, der die Insel Krubom erreichte, ist es dem Jokovolt genehm, den Tuchraum zu verlassen, um seynen Weg zu gehen. Das Wort „Tuchraum“ war nachträglich sauber durchgestrichen und durch „Kleinbahnhalle“ ersetzt worden. Die Inselbahn war ganz offensichtlich noch nicht so alt wie der Brauch. Regularium 3: Dem Wiefke obliege es, dass die Augen des Jokovolt nicht beleidigt werden durch den Anblick von anwesendem Weibsbilde. Franziska blätterte mehrere Seiten weiter. Regularium 29: Die Zurechtweysung des Weibsbildes kann amnestiert werden, wenn dieses bereit ist, dem Jokovolt eine Lüsterne Dirne anzuzeigen. Hierfür sind dem Wiefke glaubhafte Beweise zuzutragen. Das Weibsbild benennt die Dirne beim vollen Namen und fordert deren Züchtigung, um selbst Amnestie für ihr Verhalten zu erlangen. Regularium 30: Die Züchtigung einer Lüsternen Dirne erfordere… Bevor Franziska diese überaus interessante Lektüre weiter vertiefen konnte, näherte sich die immer noch erklärende Stimme von Wiebke bedrohlich schnell. Hastig schob Franziska sowohl das Jokovolt-Manifest als auch das Buch der Friesen wieder zurück ...
... an ihre Stelle im Regal. „Und deshalb feiern wir hier als einzige deutsche Insel die Sommersonnenwende. Apropos Sonne. Wusstet ihr, dass wir auf Krubom eine der ältesten noch erhaltenen Sonnenuhren…“ Wiebke wurde von der Türklingel unterbrochen. „Moin Wiebke, hast etwa doch geöffnet heute?“ Ein Mann etwa Mitte Dreißig im Rollkragenpullover stand in der Tür. „Moin Henning, kennst mich doch – Workaholic!“ Es stellt sich heraus, dass Henning der zweite Vorsitzende des Vereins Krubomer Jungens war und genau die drei Bände abzuholen gedachte, in denen Franziska eben gerade noch heimlich geschmökert hatte. Unmerklich hatte sich die Stimmung um eine Nuance verändert. Wiebke und Henning waren nun die Einheimischen, die sich nicht zu sehr in die Karten schauen lassen wollten, Franziska und Lena die Auswärtigen vom Festland, zu denen man lieber Distanz hielt. „Leute, schön, dass ihr da wart, aber ich und Henning haben noch zu tun.“ Damit wurden die beiden jungen Frauen, fast schon Richtung Ausgangstür geschoben. Die Führung war offenbar beendet. Henning murmelte ihnen noch etwas von „Hafenfest, solltet ihr hingehen heute Abend, sehr schön dort“ entgegen. Mittlerweile hatte die Sonne den Nebel komplett vertrieben und gleich wurde es angenehm warm. Franziska und Lena eilten zurück zur Damenpension Hansen und schnappten sich die Leihräder. Die stets gut vorbereitete Lena hatte sich offenbar gestern Abend noch den gesamten Plan der Insel eingeprägt. Jedenfalls übernahm sie die Führung ...