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Brauchtumspflege
Datum: 04.02.2026, Kategorien: BDSM
... Tischlerei gemacht, der Auftraggeber macht Druck hatte sein Meister gesagt. Die Luft in der Bahn war stickig und warm. Moritz steckte sich seine In-Ear-Kopfhörer rein und startete seinen neuen Lieblings-Podcast. „Absurdcast – der Podcast über skurrile Leute, Orte und Dinge“. Im ersten Beitrag ging es diese Woche um den Beruf des professionellen Trauergastes. Dieser kann engagiert werden, um an Trauerfeiern und Begräbnissen teilzunehmen, wichtige Fähigkeit ist, traurig aussehen und auf Kommando weinen zu können. Mit einem Ruck fuhr die Bahn an. In Gedanken ganz woanders, verlor das Gleichgewicht und prallte ungebremst auf die wunderschöne junge Frau vor ihm. Ärgerlich drehte diese sich zu ihm um. Moritz wurde heiß und kalt. Warum mussten solche Missgeschicke immer ihm passieren. Warum musste er sich immer gegenüber solchen anbetungswürdigen, überlegenen Frauen blamieren, sie mit seiner Ungeschicklichkeit erzürnen. Dabei war er doch eigentlich gar nicht so trottelig, bei der Arbeit war er total geschickt und selbstbewusst. In Gegenwart einer solchen Frau schmolz er allerdings zusammen wie Butter in der Sonne. „Tschuldigung“ presste er schüchtern heraus, drehte sich verschämt zur Seite und nestelte nervös an seinen Kopfhörern. Die Frau drehte sich wieder zurück, würdigte ihn keines weiteren Blickes. Aber was, wenn es anders wäre, sinnierte Moritz. Wenn sie ihn zur Rede gestellt hätte vor allen Leuten hier in der Bahn? Ihn angeherrscht, Wiedergutmachung für sein ungeschicktes, ...
... übergriffiges Verhalten ihr gegenüber gefordert hätte? Ihn auf die Knie gezwungen hätte, um ihm ins Gesicht zu spucken. Andere Personen hätten sich vielleicht seiner Bestrafung angeschlossen. Die Dame im Business-Kostüm, die neben ihr steht, würde mir vielleicht in die Haare fassen, und mich auf allen Vieren hinter sich her durch den Wagen krabbeln lassen. Alle Leute ringsherum würden mich auslachen oder zumindest den Kopf über mich schütteln… Station Leipziger Platz. Die Bahn leerte sich merklich, damit ging auch der Geräuschpegel im Wagen zurück. Moritz schüttelte unmerklich den Kopf. Der kurze Zusammenstoß mit dieser Frau hatte ihn schon wieder vollkommen in seinen merkwürdigen Fantasien abtauchen lassen. Zurück ins Hier und Jetzt. Sein Podcast war die ganze Zeit weitergelaufen und kam gerade zum zweiten Thema der Woche. Offenbar gab es im Harz eine kleine, etwas abgelegene Gemeinde mit einem für Moritz Ohren geradezu unglaublichem Brauchtumsfest. In der Walpurgisnacht übernahmen dort die Frauen des Ortes als „Hexen“ die Macht und jagten alle Männer, die sich auf die Straßen des Ortes wagten, um sie öffentlich komplett hilflos zu fesseln und „Rituale“ an ihnen auszuüben. Moritz war sprachlos. Nach genau so etwas hatte er gefühlt sein halbes Leben lang gesucht. Dort könnte Mann sich hingeben, den überlegenen Damen auf Gedeih und Verderb ausliefern – und all das nicht nur öffentlich auf der Straße vor allen Augen, sondern auch noch ganz unverfänglich, schließlich war es ja ...