1. Brauchtumspflege


    Datum: 04.02.2026, Kategorien: BDSM

    ... Begriff Jokovolt gestoßen wäre. Das wäre Franziska mehr als peinlich gewesen. Und in dem Fall nicht die Art von Peinlichkeit, die ihr ein wohliges Gefühl zwischen den Beinen bereitete. Sie erzählte ihrer Mutter die gleiche Geschichte von Seewind um die Nase wehen lassen, einsamen Strandspaziergängen und Stress abbauen, die sie schon mehrfach verwendet hatte. Und ganz gelogen war es ja nicht. Sie wollte all das sehr wohl machen, nur halt nicht am Samstagabend. Aber das musste sie ja niemandem auf die Nase binden.
    
    Der Wind zerrte an Franziskas Haaren, als sie die Fähre verließ. Sie war am Morgen bereits um kurz nach Vier Uhr aufgestanden, um den ersten Zug nach Emden zu erwischen. Auch wenn Jokovolt der eigentliche Grund ihres Kurzurlaubs war, wollte Franziska trotzdem ausführlich Gelegenheit haben, die Insel bei Tageslicht zu erkunden. Die Fähre war fast komplett voll gewesen. Einem Aushang konnte sie entnehmen, dass an diesem Wochenende (ohne Angabe des Grunds) der Hauptsaison-Fahrplan gilt. Die nächste Fähre kommt bereits in einer Stunde an. Ihre Recherchen hatten ergeben, dass Jokovolt, so sehr es auch geheim gehalten werden soll, für die Krubomer das wichtigste Ereignis des Jahres ist, einen höheren Stellenwert einnimmt als Weihnachten. Aus dem ganzen Bundesgebiet reisen die Söhne und Töchter (ja, auch die Töchter) Kruboms an, die die Insel verließen, um auf dem Festland zu arbeiten und zu leben. Zu Jokovolt kommen sie zurück auf die Insel um zu feiern. Und zu ...
    ... schlagen. Oder sich schlagen zu lassen. Franziska stieg in den wartenden Bus. Los ging die Fahrt. Die Insel war größer, als Franziska angenommen hatte. 13 Haltestellen bis zu ihrer Unterkunft. Neben der Straße bemerkte sie Gleise. Ach ja, es gibt hier ja auch eine kleine Bahn. Franziska ließ unauffällig den Blick durch den Bus schweifen, so wie sie es auch bereits auf der Fähre gemacht hatte. Der Großteil der Passagiere waren heute wohl Einheimische, da die meisten Unterkünfte für dieses spezielle Ereignis vorübergehend geschlossen hatten. Viele junge und mittelalte Männer, die vermutlich die Insel mit der Volljährigkeit verlassen hatten. Die ihre Karrieren außerhalb des Tourismus verfolgten, in der Industrie, im Handel, vielleicht in München, Hamburg, Berlin… Nun kehrten sie für ein paar Tage zurück auf die Insel. Um zu feiern, alte Freunde aus Schulzeiten wiederzutreffen, Frauen gnadenlos durch die Straßen zu jagen. Fiel sie, als Außenstehende, als Festländerin auf? Dachten die jungen Männer sich „ach schau an, da ist wieder eine Fremde, eine die in unseren Krubomer Angelegenheiten herumschnüffelt“? Oder dachten sie vielleicht „ach schau an, da ist wieder so eine Perverse, die extra vom Festland hier rüber kommt, um sich von uns mal so richtig gepflegt fertigmachen zu lassen“? Bei dem Gedanken rollte Franziska ein Schauer der Erregung den Rücken herunter. Hatte man sie bereits abgecheckt? Erkannt, was sie ist und was sie will? Wurde hinter ihrem Rücken bereits getuschelt? Dass man ...
«12...789...44»