1. Antike Sklavenphantasien. Bacchanal


    Datum: 17.03.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... rief: „Lydia, wir müssen ins Bett, fast wäre ich hier eingeschlafen." „Ja, mein lieber Mann. Bitte sei so gut und sperre noch den Sklaven weg.", bekam er zu hören. Brutus ging mit einer kleinen Öllampe voraus und Oswin folgte ihm auf den Dachboden.
    
    Dort öffnete der junge Römer die Tür zu einem Verschlag und schnauzte: „Los, rein da!" Nur kurz sah Oswin, den engen Raum und die schmale Liege mit den Decken aus grobem Filz. Dann schloss Brutus die Tür und es war dunkel. Er tastete sich vor, fand sein Bett und streckte sich darauf aus. Er zog eine der Decken über sich, fand aber keine Ruhe, da ihm tausend Dinge durch den Kopf gingen.
    
    Lange hatte er noch nicht gelegen, da brachte der Hausherr auch Hiltrud auf den Dachboden und sperrte sie in den Verschlag neben ihm. Oswin verhielt sich ruhig und wartete, bis der Römer gegangen war. Er hörte, dass sie, nur getrennt von einer dünnen Wand aus Brettern, direkt neben ihm lag und weinte.
    
    Vorsichtig machte er sich bemerkbar: „Pssst Hilli." „Oswin, wo bist du?", flüsterte sie zurück. „Hier, hinter den Brettern.", sagte er leise und klopfte dagegen. Sie tasteten den grob gezimmerten Verschlag ab und fanden einen Spalt, durch den sie sprechen und sich mit den Fingern berühren konnten.
    
    „Bist du in Ordnung? Haben sie dir weh getan?", fragte Oswin und bekam zu hören „Nein, alles ist gut, ich hab dich lieb." Er ahnte, was passiert ist und sie wollte ihm nicht erzählen, dass der Alte sie entjungfert und ihre Mädchenträume ...
    ... zerstört hat.
    
    Am nächsten Morgen wurden sie früh von der Hausherrin geweckt. Sie öffnete ihre Zellen und suchte auf dem Dachboden nach einem Sack mit abgelegter Kleidung. Die neuen Sklaven bekamen gebrauchte Tuniken anzuziehen. Hiltrud stand das römische Kleidungsstück gut und sah toll aus. Oswin musste sich erst noch daran gewöhnen. Bei den Germanen trugen nur die Frauen solche Kleider und die Männer immer Hosen.
    
    Danach wurden sie in die alltäglichen Arbeitsabläufe eingewiesen. In der Küche lernte Hiltrud, wie Puls, der obligate Getreidebrei der Römer zubereitet wird und Oswin musste frisches Wasser holen gehen. Die Häuser verfügten über keinen eigenen Wasseranschluss und das kostbare Nass musste an einem öffentlichen Brunnen geholt werden.
    
    Zum Frühstück traf sich die ganze Familie im großen Salon der Eltern und ließ sich von ihren Sklaven die Puls servieren. Dazu tranken sie mit viel Wasser verdünnten Wein. Oswin und Hiltrud aßen ihre Portion in der Küche und nutzten den kurzen Moment, wo sie alleine waren, um ein paar Zärtlichkeiten auszutauschen.
    
    Danach gingen alle an die Arbeit. Lucius und Letitia verließen das Haus. Der Maler machte einen Kundenbesuch und begleitete seine jüngste Tochter zum Tempel der Vesta. Das unverheiratete Mädchen machte bei den vestalischen Jungfrauen, wie die Tempelpriesterinnen genannt wurden, einen ehrenamtlichen Arbeitsdienst.
    
    Die Plätze waren heiß begehrt und Lucius hatte mit einer großzügigen Tempelspende seiner Tochter die Stelle ...
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