1. Antike Sklavenphantasien. Bacchanal


    Datum: 17.03.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... förderte eine kleine Holzkiste zu Tage und lallte: „Da ist ja meine Schatzkiste." Als er sie öffnete, sah es so aus, als ob sie innen leuchtet. Goldene Münzen strahlten ihm entgegen. Oswin und Hilli blieben die Herzen stehen, sie befanden sich jetzt in totaler Lebensgefahr.
    
    Lucius redete mit seinem Geld und bemerkte sie nicht. Aus dem Beutel, der an seinem Gürtel hing, kramte er zwei weitere Goldmünzen hervor, gab ihnen einen Kuss und legte sie zu den anderen. Nachdem er die Kiste wieder vergraben hat, schwankte er davon.
    
    Oswin und Hilli war fürs Erste die Lust vergangen. Sie kletterten herunter, zogen sich an und schlichen wieder an ihre Arbeit. An diesem Abend waren sie noch lange wach und besprachen, durch den Schlitz in ihrer Trennwand, die neue Situation. Ihr ursprünglicher Plan, die ganze Familie in ihre Gewalt zu bringen, um an ihr Geld zu kommen, hatte sich erledigt. Jetzt wussten sie, wo es versteckt war, konnten es heimlich nehmen und unbehelligt damit verschwinden.
    
    4. Kapitel: „Lust, Rausch, Wahn und Glück."
    
    Dann kam der Winter, es wurde kälter und die Tage kürzer. Auch wenn es in Rom weder Frost noch Schnee gab, war es für alle eine schlechte Zeit. Besonders für die Sklaven, sie hatten zwar auch wärmere Kleidung bekommen, konnten aber nicht wie ihre Herrschaft, die trüben Tage in einer gut beheizten Therme verbringen.
    
    Oswin machte sich Sorgen um Hilli. Sie hatte sich beim Modell stehen erkältet und war krank. Er hatte Angst, dass sie aufgibt und ...
    ... den Lebensmut verliert. An Flucht war jetzt im Winter nicht zu denken, die Berge waren unpassierbar und der Weg in die Heimat versperrt.
    
    Um so größer war die Freude über die ersten Frühlingsboten. Als Oswin die Kraniche hörte, die Richtung Norden zogen, wäre er am liebsten gleich mitgeflogen. Hilli war auch wieder gesund. Die Herrin hatte sie gezwungen, jeden Morgen eine Tasse heißes Wasser mit dem Saft von einer dieser scheußlichen, gelben Früchte zu trinken. Vielleicht hat es geholfen und langsam kehrte die Hoffnung auf eine bessere Zeit zurück. In diesem Jahr sollte eine Flucht gelingen. Den nächsten Winter wollten Oswin und Hiltrud wieder Zuhause in einer gemütlichen Hütte, an einem prasselnden Feuer verbringen. Ihre Chancen haben sich verbessert, seit dem sie wissen, wo ihr Besitzer sein Geld versteckt. Sie hatten Malte und Marianne, die Sklaven der Nachbarn, kennengelernt. Malte war Germane und Marianne kam aus Galliern. Die beiden wollten auch weg und man beschloss gemeinsam zu fliehen.
    
    Es gab viele Sklaven, in jedem Haus wurden welche gehalten und wenn sich alle gleichzeitig auflehnten, wären die Römer unterlegen. Aber sie hatten keinen Kontakt untereinander und konnten sich nicht verabreden oder versammeln. Trotzdem gab es immer wieder Sklavenaufstände. Um den legendären Spartakus Aufstand niederzuschlagen, brauchte es neun Legionen.
    
    Malte und Oswin trafen sich jeden Morgen beim Wasserholen und hielten sich auf dem Laufenden. Auch andere Sklaven kamen zum ...
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