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Ein Schicksal auf Rädern 12
Datum: 26.03.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,
... schüchtern hinter den Rockschößen ihrer Mutter hervorspähten. Ihr Englisch war klar, wenn auch mit einem sanften, rollenden Akzent. Ihr Hof war ordentlich, das Haus sauber, aber karg. Sie hatten definitiv etwas zu verlieren: Ihre kleine Farm, ihren mühsam aufgebauten Ruf als fleißige Siedler. Fergus war nicht fett, eher drahtig mit Muskeln an den richtigen stellen. Aber besaß er "Anmut"? Friedrich war sich aber nicht sicher. Moiras strenge Zurückhaltung ließ wenig Raum für Annas gewünschte Vertrautheit. *Die Nielsens:* Ein frisch vermähltes skandinavisches Paar, kaum älter als zwanzig, Lars und Solveig. Sie strahlten die Energie der Flitterwochen aus. Lars, tatsächlich auch ein Norweger, groß, breitschultrig und blond wie in den frühen Sagen besungen, mit Augen so blau wie ein Gletschersee und einem ansteckenden Lachen. Er sprach fließend, wenn auch etwas holprig Englisch. Solveig, eine Dänin, war eine kleine, üppige Brünette mit Locken, die ihr um ein lachendes, neugieriges Gesicht fielen, und Hüften, die unter ihrem einfachen Kleid vielversprechend schwangen. Ihr Englisch war besser als das ihres Mannes, lebhaft und direkt. Noch keine Kinder aber sie war Schwanger, nur die Aufregung des Neuanfangs. Ihr kleines Blockhaus roch noch nach frischem Holz, war innen unordentlich mit den Zeichen eines jungen Paares. Sie hatten vielleicht noch keinen etablierten Ruf, aber ihre ganze Zukunft lag vor ihnen -- eine Zukunft, die sie durch einen Skandal leicht verlieren konnten. ...
... Lars war die Verkörperung von "stattlich" und "ästhetisch". Solveig strahlte eine Wärme und Offenheit aus, die Annas Sehnsucht nach Freundschaft stillen könnte. Doch waren sie zu unbedarft? Zu unerfahren? Würde ihre jugendliche Leidenschaft die notwendige Diskretion gefährden? Friedrich kehrte mit den Eindrücken dieser Besuche zu seiner Frau zurück. Er schilderte detailliert, fast wie ein Kundschafter, die beiden Paare -- die solide, aber vielleicht zu reservierten MacLeods und die verführerisch offenen, aber unberechenbaren Nielsens. Er wartete auf ihre Entscheidung, die Spannung in der kleinen Stube war fast körperlich spürbar. Welches Paar würde Annas strengen Maßstäben genügen? Welches versprach die perfekte, gefahrlose Mischung aus vertrauter Nähe und verbotener Lust? Die Wahl lag nun bei ihr, der Königin dieser neu definierten, gefährlichen Spielwiese. Die Entscheidung fiel schließlich auf die MacLeods.,,Sie sind seit Jahren verheiratet und haben Kinder", argumentierte Anna, während sie Angels Windeln wechselte.,,Da kochen die Leidenschaften nicht mehr so heiß wie bei frisch verheirateten. Weniger Risiko... mehr Berechenbarkeit für uns." Friedrich nickte eifrig, die Erinnerung an den blonden Lars Nielsen war noch zwar wie ein verlockendes Phantom in seinem Hinterkopf. Doch Annas Logik war unbestreifbar. Solidität vor Leidenschaft. Unter dem fadenscheinigen Vorwand, eine Milchkuh kaufen zu wollen, fuhren sie an einem dunstigen Nachmittag zur MacLeod-Farm. ...