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Ein Schicksal auf Rädern 12
Datum: 26.03.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,
... Bewegungen waren präzise und ruhig. "Liebste...", begann er zögernd, "die Nielsens. Das junge skandinavische Paar. Sie sind jung und vital. Und sie sprechen auch gut Englisch. "Er rang nach Worten."Lars, der Mann... er ist stark. Sehr stark." Anna hatte verstanden und ließ die Nadel langsam sinken. Ihre eisblauen Augen hoben sich langsam, durchbohrten ihn mit einer Mischung aus Skepsis und müder Neugier. "Stärker als du?!", fragte sie, ihre Stimme war ein kühler Hauch, die gegen seine Hoffnung wehte. Friedrich schaute beschämt auf seine schmalen Hände, auf die Arme, die nie die Kraft eines richtigen Bauern entwickelt hatten. "Anna...", seufzte er, "fast jeder ist stärker als ich." Ein kurzes, spitzes belustigtes Schnauben entfuhr ihr. "Dann versuche ich es dieses Mal am besten mit Feingefühl", erklärte sie trocken. "Sonst wirst du am Ende noch von jedem Nachbarn in der Umgebung zum Krüppel geschlagen, bevor wir überhaupt richtig angefangen haben." Friedrichs Augen weiteten sich vor Entsetzen. "Du willst... du willst dich einem Mann einfach so anbiedern? Direkt?" Anna winkte mit einer wegwerfenden Geste ab, ein leichtes, fast belustigtes Lachen lag auf ihren Lippen."Nein, mein lieber, naiver Friedrich. Wo denkst du hin?" Sie stand auf, glättete ihr schlichtes, aber sauberes Baumwollkleid. "Ich spreche mit seiner Gattin. Solveig. Während du und Lars draußen über Weizenerträge und Zaunreparaturen fachsimpeln werdet. Wir Frauen..." Sie lächelte jetzt, ...
... ein kalkuliertes, diplomatisches Lächeln,"...wir regeln unsere Angelegenheiten zivilisierter. Wir schlagen uns nicht gleich halbtot. Wir reden. Wir... kommunizieren und vernetzen uns." Am nächsten Tag fuhren sie im klapprigen Planwagen zur Nielsen-Farm. Ein einfaches, aber solides Blockhaus, umgeben von frisch umgebrochener Erde und dem Geräusch einer zufrieden muhenden Milchkuh. Lars Nielsen kam ihnen entgegen - ein junger Riese mit strohblondem Haar, das unter der Sonne Nebraskas noch heller geworden war, und Augen von einem so intensiven Blau, dass es fast schmerzte. Seine breiten Schultern füllten das Türfeld aus, als er lächelnd winkte. "Willkommen! Freut uns sehr das ihr uns mal besucht!" Seine Stimme war tief, sein Englisch verständlich, wenn auch mit einem rollenden Akzent. Er schüttelte Friedrichs Hand mit einem Griff, der dessen Knochen förmlich knirschen ließ. Solveig erschien hinter ihm, eine Hand ruhte lässig auf ihrem bereits deutlich gerundeten Bauch. Sie war nicht so groß wie ihr Mann, aber ein wenig rundlich und mit üppigen Kurven ausgestattet, die ihr einfaches Leinenkleid füllten. Ihr dunkles, lockiges Haar war zu einem unordentlichen Knoten gebunden, ein paar widerspenstige Strähnen umrahmten ein rosiges, offenes Gesicht mit freundlichen braunen Augen und Sommersprossen auf der Nase. "Ja, endlich! Kommt rein, kommt rein!", rief sie mit einer warmen, leicht heiseren Stimme, ihr Englisch war flüssig und akzentfrei. "Ich hab gerade Kanelbullar ...