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Ein Schicksal auf Rädern 12
Datum: 26.03.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,
... über die Kreationen an Annas und Valentinas Korpern glitten, die er selbst entworfen und geschneidert hatte. Tom erstarrte völlig unter diesem absurden Kostümszenario. Panische Angst schnürte ihm die Kehle zu und instinktiv suchte er Halt bei Friedrich und griff nach ihm. Doch als er hilfesuchend zu seinem Freund sah, traf ihn dessen Blick wie ein Schlag in die Magengrube. Friedrichs Augen waren weit aufgerissen, nicht vor Angst, sondern vor unverhohlenem, gierigem Enthusiasmus. Wie gebannt starrte er von einem ersteiften Glied zum nächsten, sein Atem ging flach und schnell, ein leichtes Zucken spielte um seine Lippen. Es war das Gesicht eines Mannes, der am Rande dessen stand, was er sich am meisten ersehnte. Verzweifelt wandte Tom dann den Blick zu Anna und Valentina um bei ihnen wenigstens Halt zu finden. Doch was er sah, raubte ihm endgültig den Atem. Kein bisschen Schrecken, nicht eine Spur Abscheu stand in ihren Augen über diese groteske Aufmachung der Geschäftsleute. Stattdessen war da dieses gleiche, unheilvolle Funkeln, das er bei Friedrich gesehen hatte. In Annas Blick mischte es sich noch mit einer tiefen Sehnsucht, als ob sie sich an die Vergangenheit nur zu gerne hier erinnern würde und in Valentinas Augen war es reine, lodernde Neugier auf das Neue und eine Art triumphierende Herausforderung. Ihre Brüste hoben und senkten sich schneller, ein leichtes Erröten stieg ihr in die Wangen, als sie besonders auf O'Learys Gemächt ihr Augenmerk legte und sich ...
... genüsslich über die Lippen leckte, musste Tom unweigerlich schwer Schlucken. *Wo bin ich hier nur hineingeraten?* Der Gedanke kreiste wie eine Mühle in Toms schmerzendem Kopf. Er stand weiter wie angewurzelt, eingeklemmt zwischen der perversen Ausstellung die sich vor ihm entfaltete, der ekstatischen Erwartung seines Freundes und der beunruhigenden, erregten Hingabe seiner Geliebten und ihrer Freundin. Die Luft im Raum war dick vor Parfüm, einen Hauch von- leichter Schweißnote und einer unausgesprochenen, brutalen Begierde. Die Türen schlossen sich hinter ihnen mit einem entgültigen metallischen Geräusch. Das Spiel konnte beginnen und er war zumindest noch nur ein Zuschauer, der sich am liebsten verkriechen oder noch besser Valentina an ihrer Hand packen und fliehen wollte. Doch Mrs. Clarissa Thomson preschte unmittelbar wie eine Furie vor. Ihre dürre Gestalt war wie ein Geier über ihre Beute gebeugt und packte die beiden mit einem eisernem Griff. Ihre knöchrigen Finger schlossen sich nicht etwa um ihre Arme, sondern öffneten die Hosenställe ihrer Gäste und legten sich direkt um die noch schlaffen Schwengel von Tom und Friedrich, die sie daran haltend grob in die Mitte des Saales zerrte. Ihr Gesicht war scharfkantig unter der der schlampig hochgesteckten Haarmähne und war eine Maske unterdrückter Wut und gieriger Erwartung. "Ihr seid schuld", zischte sie, ihre Stimme war ein kratzendes Flüstern, das dennoch jeden Winkel des Raumes füllte und Tom die Haare am Nacken ...