1. Ein Schicksal auf Rädern 12


    Datum: 26.03.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,

    ... gescheiterten Begegnung mit einem potenziellen Paar war überschattet von einem eisigen Schweigen, das schwerer wog als die Laubblätter an den wenigen Bäumen in der Prärie, die knirschend unter ihren Stiefeln zerbrachen. Anna wischte sich immer wieder mit einer zitternden Hand über die Wange, wo flache, aber brennende Kratzer von der wütenden Ehefrau von Solveig zurückgeblieben waren.
    
    ,,Zum Teufel nochmal, Friedrich", zischte sie schließlich, als die vertraute
    
    Silhouette ihrer Farm im trüben Nachmittagslicht auftauchte. Ihr Atem rasselte,,Keine weiteren Versuche mehr! Keine weiteren,Vorschläge' von anderen Paaren. Ich bin es satt!" Sie stupste mit einem Finger gegen eine der feuerroten Linien auf ihrer Haut.,,Zum Glück sind sie nicht tief... es wird keine Narbe zurückbleiben. Aber der Schmerz bleibt und die Schmach, wiedereinmal wurden wir räudige Köter davongejagt."
    
    Aber Anna..", setzte Friedrich an, die Hoffnung, die ihn auf den mühsamen Ritten, während seiner Erkundungen über die Nachbarn begleitet hatte, war zu Asche zerfallen. Er suchte nach Worten, nach einer Rechtfertigung, nach einem Funken Verständnis für sein eigenes, nagendes Verlangen.
    
    ,,Aber nichts!" Ihr Schrei schnitt durch die herbstliche Stille, ließ einen Raben vom Dachfirst aufflattern. Sie drehte sich zu ihm um, ihr Gesicht war eine Maske aus Zorn und tiefer Enttäuschung. Ihre eisblauen Augen funkelten nicht mehr kühl, sondern brannten.
    
    ,,Hörst du mir überhaupt zu? Oder ist da nur noch der ...
    ... Gedanke an fremde Schwänze die in mich fahren in deinem hohlen Kopf?" Sie trat einen Schritt auf ihn zu, ihre Stimme sank zu einem gefährlichen Flüstern.,,Dein,Spaß', Friedrich... deine Sehnsucht nach Demütigung.... sie
    
    hat einen Preis und ich zahle ihn. Mit meinem Ansehen und mit meiner Sicherheit. Sogar mit meiner Haut und dem Schmerz!" Sie deutete auf die Kratzer.,,Also nein. Keine fremden Männer mehr. Nicht für mich, solange es sich zufällig ergibt. Vergiss es, vielleicht für immer."
    
    Die Worte trafen Friedrich wie endgültige Hammerschläge, die einen Nagel in seinen Herz trieben.,,Für immer"- es klang wie ein Todesurteil. Ein Einmauern in die eisige Enge ihres gemeinsamen Bettes, in der die Monotonie ihn zu ersticken drohte. Die Hoffnung auf Abwechslung, auf den elektrisierenden Schock des Fremden, erlosch in einem einzigen, bitteren Augenblick unter dem Gewicht ihrer Wut und ihrer Verletzung. Ein Stück von ihm schien auf dieser Fahrt zu sterben.
    
    Der lange, harte Nebraska-Winter schloss sie in dem kommenden Monat endgültig ein. Schneestürme heulten um das Haus, legten meterhohe Verwehungen an und schnitten sie von der
    
    Außenwelt ab. Die Luft im Haus war dick von der Enge, vom Geruch nasser Wolle und der ständigen Angst um die knappen Vorräte. In dieser drückenden Isolation, wo die Tage sich zu endlosen, grauen Schleifen dehnten, keimte in Friedrich eine verzweifelte Idee. Vorsichtig, wie
    
    man sich einer scheuen Wildkatze nähert, brachte er sie eines Abends vor, ...
«12...616263...73»