1. Verenas Anfang


    Datum: 08.04.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,

    Verenas Anfang
    
    Ich war 25, frisch in der Abendschule, tagsüber Vollzeit im Büro. Industriekauffrau, zweite Reihe, aber effizient. Ich war gut in dem, was ich tat -- und ich wusste es. Nur zeigte ich es nicht. Blasse Haut, brünette lange Haare mit leichtem Rotstich und geradem Pony, unauffällige Jeans, schlichte Shirts oder Blusen. Wenig Make-up außer einem Hauch Wimperntusche. Keine Absätze. War eh immer zu groß für die meisten Jungs. Keine Allüren. Vielleicht gerade deshalb fiel ich auf -- weil ich so gar nicht danach schrie.
    
    Damals hatte ich kaum Ahnung von Männern. Ein paar kurze Geschichten in der Schulzeit, eine Affäre in der Ausbildung, einen „festen" Freund, aber nichts, was blieb. Nichts, was sich verankert hätte. Ich glaubte, dass ich zu viel war -- oder zu wenig. Je nachdem, wen man fragte.
    
    Er hieß Herr Krüger. Mein Chef. Der Vertriebsleiter. Mitte vierzig, strassenköterblondes Haar mit ersten grauen Strähnen, teure Hemden, dermaßen charismatisch, dass selbst der Big Boss still wurde, wenn er sprach. Verheiratet natürlich. Zwei Kinder, von denen er nie sprach. Zumindest nicht mir gegenüber. Er war nicht nur mein Vorgesetzter -- er war der Grund, warum ich überhaupt angefangen hatte, abends zu studieren. Er hatte es der Geschäftsleitung vorgeschlagen. Gefördert. Unterstützt. Danach mir. „In Ihnen steckt mehr, Verena" hatte er gesagt. „Sie sollten da rauswachsen. Ich helfe Ihnen." Ich wuchs sofort um weitere zwei Zentimeter.
    
    Im Großraumbüro war das ...
    ... Flüstern nie weit. Es war immer da -- unterschwellig, halblaut. Spöttisch, manchmal neidisch. Und vor allem: zielsicher.
    
    „Krüger und seine Mieze -- die verbringt mehr Zeit in seinem Büro als ihre Tastatur sie kennt."
    
    „Wahrscheinlich plant sie schon den Weihnachtsurlaub mit ihm."
    
    „Komisch, wie ihre Karriere plötzlich Fahrt aufnimmt, oder?"
    
    „Bei der weiß man auch nie so genau, ob sie noch vor oder schon unter seinem Schreibtisch sitzt"
    
    Ich hörte das alles. Ich tat so, als würde es mich nicht berühren. Aber es nagte. Ich war ehrgeizig -- aber nicht blind. Ich wusste, wie das nach außen aussah. Und trotzdem ging ich weiter zu den Besprechungen, die irgendwann immer später angesetzt wurden. Erst 16:00 Uhr. Dann 17:00 Uhr. Dann 18:30 Uhr. Einmal sogar um 19:15 Uhr, „weil er tagsüber keine Ruhe hatte". Ich war ledig, ungebunden, mir machte es nichts aus. Lediglich mein Sport litt drunter. Den hatte ich aber ohnehin nicht nötig. Weil mich meine Eltern, statt sich um mich zu kümmern, als Kind beim Ballett abgeliefert haben. Später beim Schwimmtraining. Und beim Volleyball. Oder alles zugleich. Heute ist Fitness meine Leidenschaft. Auf meinen definierten Bauch bin ich ein wenig Stolz. Ganz im Gegensatz zu meinen kleinen Titten, wegen der ich manchmal Komplexe habe.
    
    Irgendwann bot er mir das Du an. „Verena, ich finde, das ist überfällig." Ich nickte, etwas zu schnell. Seitdem nannte er mich nicht nur beim Vornamen, sondern oft mit Du. Immer weich. Fast zärtlich. Als wäre mein ...
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