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Verenas Anfang
Datum: 08.04.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,
... eine Aufforderung. „Bis morgen" sagte ich. Aber ich wusste: Es war nicht das letzte Mal. Heimweg Ich erinnere mich nicht mehr an alles, aber wenn ich an diesen Abend zurückdenke, an dem sich alles geändert hatte, fühlt es sich an, als stünde ich wieder dort. Ich bleibe noch eine Weile vor meinem Schreibtisch stehen, bevor ich meine Jacke nehme. Die Tür zu seinem Büro ist wieder geschlossen. Es ist später Abend, und das träge Licht der Straßenlaternen zieht Schlieren auf die Schreibtische. Meine Beine zittern ein wenig -- nicht vor Erschöpfung, sondern vor Nachwirkung. Ich weiß nicht genau, was ich fühle. Es ist alles gleichzeitig: Scham, Erregung, Erleichterung, Unsicherheit. Ich gehe zur Toilette. Nicht aus Zwang, sondern weil ich kurz allein sein muss -- wirklich allein. Kein Blick, kein Spiegel, kein Urteil. Nur kaltes Wasser, das ich mir über die Hände laufen lasse. Ich beuge mich unter den Hahn, spüle meinen Mund mehrfach, um den Geschmack zu neutralisieren. Dann wische ich mir mit einem Papiertuch den verschmierten Lippenstift ab. Wie automatisch ziehe ich meinen kleinen Kosmetikspiegel aus der Handtasche, tupfe mir mit dem Finger etwas Concealer unter die Augen und ziehe die Lippen wieder frisch nach -- nicht weil es an diesem Abend noch nötig wäre, sondern weil es mir kurz Kontrolle zurückgibt. Ich atme tief durch, streiche mir das Haar zurück, das leicht vom Regen draußen aufgeladen ist. Der Pony liegt nicht mehr ganz glatt. Ich lasse ihn so. ...
... Vielleicht passt das sogar besser zu mir. Unordentlich. Nicht ganz zu fassen. Im Flur riecht es nach Linoleum und Abendluft. Das Büro ist still, nur irgendwo blinkt eine Standby-Leuchte. Ich schließe meine Tasche, werfe einen letzten Blick zurück, bevor ich die Tür abschließe. Keine Spuren. Keine Geräusche. Kein Beweis. Nur ein bisschen verschwommene Erinnerung, wie aus einem Film, in dem ich zwar mitspiele, aber nicht weiß, was meine Rolle ist. Sein Büro ist das letzte, in dem noch Licht brennt. Draußen hat es angefangen zu regnen. Nieselnd, gleichmäßig, wie ein Schleier. Ich ziehe meine dünne Jacke enger um mich und laufe zügig über den Parkplatz zu meinem kleinen weißen Dienstwagen. Der Geruch des neuen Wagens empfängt mich irgendwie vertraut. Ich war so stolz, als ich ihn vor drei Monaten bekommen habe. Aber alle haben sich nur den Mund darüber zerrissen. Keine andere Assistentin im Betrieb mit Ausnahme der Chefsekretärin hat einen Dienstwagen. Die Tropfen klopfen gegen das Dach, als ich einsteige. Ich starte den Motor, das Radio springt an -- irgendein Popsong, viel zu fröhlich. Ich schalte ihn sofort aus. Die Fahrt nach Hause ist ein langer innerer Monolog. Die Tropfen auf der Windschutzscheibe erinnern mich an das Glas Wasser vorhin. An seine Stimme. An den Moment, in dem ich nicht wusste, ob ich will -- aber es trotzdem getan habe. Ich frage mich, ob ich schwach bin. Oder nur ehrlich. Vielleicht beides. Zu Hause angekommen, ist es dunkel. Ich mache kein ...