1. Verenas Anfang


    Datum: 08.04.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,

    ... Atem raubt. Als wäre ich seine. Als wären wir ein Paar.
    
    Er wäscht mein Haar, massiert meine Kopfhaut, küsst meine Stirn, als hätte die Nacht alles verändert. Ich lasse es zu. Für diesen Moment.
    
    Nach dem Duschen wickelt er mich in ein weiches Handtuch, föhnt mein Haar mit dem kleinen Hotelfön, lacht, weil er damit überfordert ist. Ich ziehe mich an, langsam, unter seinem Blick. Kein schamvolles Verstecken, kein Spiel -- nur dieses stille Wissen, dass heute nicht mehr ganz ist wie gestern.
    
    „Frühstück?" fragt er.
    
    Ich nicke.
    
    Im Restaurant wirkt er fast heiter. Er bestellt Croissants und doppelten Espresso, streicht mir Butter auf ein Brötchen, reicht mir Marmelade. Seine Krawatte sitzt wieder perfekt, als wäre nichts geschehen. Aber er sieht mich anders an. Nicht kühl. Nicht fordernd. Sondern weich.
    
    Ich lache sogar. Irgendwann. Wir reden über das Meeting, das wir heute „besuchen" sollten -- beide wissend, dass es nie um das Meeting ging. Und ich lasse es zu. Ich genieße es.
    
    Aber tief in mir weiß ich: Es ist ein Spiel mit zu hohen Einsätzen. Und ich verliere gerade mein Gleichgewicht.
    
    Der bittere Nachgeschmack
    
    Ich sitze ihm gegenüber. Mein Kaffee ist schon kalt, mein Croissant unangetastet. Er redet. Über irgendeinen Kunden. Irgendeine Ausschreibung. Sein Blick ist wach, sein Hemd frisch, als hätte die Nacht nichts mit ihm gemacht.
    
    Ich nicke, lächle, spiele mit der Gabel an meinem Obstteller. Meine Haut riecht noch nach ihm. Mein Slip klebt ein ...
    ... wenig, mein Schritt ist wund von der heftigen Nacht. Mein Inneres: ein flirrendes Durcheinander.
    
    Wir sehen aus wie ein Paar. Die Art, wie er mir Butter reicht, beiläufig, besitzergreifend. Die Art, wie meine Stimme sich senkt, wenn ich antworte. Zwei Menschen, die sich kennen. Vertraut sind.
    
    Nur: Wir sind kein Paar. Nicht mal annähernd.
    
    Er hat nie danach gefragt, wie ich nach Hause komme. Ob ich es schön fand.
    
    Er hat mich genommen -- mit einer Selbstverständlichkeit, die mich gestern Nacht noch heiß gemacht hat.
    
    Jetzt macht sie mich... leer.
    
    Ich tue, was ich immer tue: Ich lächle. Spiele mit. Halte meinen Rücken gerade.
    
    "Wir fahren direkt ins Werk, ja?", sagt er, ohne aufzublicken.
    
    Ich nicke. Wieder dieses Nicken. Wie ein Reflex.
    
    Ich sage nicht: Ich würde lieber kurz spazieren gehen. Allein. Einfach Luft kriegen.
    
    Ich sage nicht: Du warst gut. Aber du warst nicht zärtlich.
    
    Ich sage: "Klar. Ich bin gleich so weit."
    
    Auf der Rückfahrt sitzt er am Steuer, ich starre aus dem Fenster. Wir reden wenig. Er wirkt entspannt. Ich nicht.
    
    Jede Berührung heute früh -- unter der Dusche, in den Laken, auf meinem Rücken -- war wie ein Echo. Ich fühlte mich begehrt, ja. Aber auch: gebraucht. Als Mittel. Als Ventil.
    
    Ich habe keinen Platz in seinem Leben. Nur in seinem Hotelzimmer.
    
    Zurück im Büro nickt er mir nur zu, bevor er in seinem eigenen verschwindet. Keine Berührung. Kein Blick. Keine Andeutung. Als wären wir nie weg gewesen.
    
    Ich setze mich an ...
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