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Onkel Roberts Tagebuch
Datum: 13.04.2026, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus
... Kerze aus und legte sich auf die freie Seite. Das Mondlicht zeichnete nur die Silhouette ihres Profils. Ich spürte, wie die Matratze sich unter ihr sank, hörte ihren Atem – ruhig, aber noch nicht gleichmäßig. Der Duft von Lavendel stieg mir in die Nase. Mein Herz schlug schneller, unsicher, verwirrt. Sie lag mit dem Rücken zu mir, doch ich hörte ihren Atem – jede kleinste Bewegung, jedes Rascheln des Nachthemds klang laut. Ich traute mich kaum zu bewegen. Langsam, ganz langsam entspannte ich mich ein wenig. Nicht, weil ich ruhig geworden wäre – im Gegenteil. Aber die Wärme, der Duft, die Gewissheit, dass sie neben mir lag, kein Feind, sondern ein Mensch, lies meine Gedanken weicher werden. Dann hörte ich, wie sie einen Atemzug tiefer holte und sich leicht zu mir drehte – nicht viel, nur so weit, dass ich wusste, sie liegt nicht mehr ganz abgewandt. Es ist der Moment, in dem sie zu erzählen begann. Sie rückte ein wenig zurecht, sodass ich spüre, wie nah sie ist, ohne dass sie mich berührt. Dann beginnt sie, mit gedämpfter Stimme zu sprechen: „Bevor ich hierherkam … war mein Leben ein anderes“, begann Elise. Ich spürte, wie ihre Stimme leise, beinahe zaghaft wurde, und ich hörte aufmerksam zu, ohne zu unterbrechen. „Ich bin in Paris aufgewachsen. Mein Vater ist im großen Krieg gefallen – ich war kaum drei Jahre alt. Meine Mutter hat uns irgendwie durchgebracht, doch es war immer zu wenig Geld, zu wenig Essen, zu wenig Wärme.“ Ich schluckte, fühlte die ...
... Schwere in ihren Worten. Es klang nach einem Leben, das von Anfang an mit Entbehrung und Angst geprägt war. „Als ich alt genug war, kam ich als Hausmädchen in einen großen Haushalt. Die Herrschaften waren korrekt, aber ihr Sohn … er war ein verwöhnter, schlechter Mensch. Ich habe mich gewehrt, so gut ich konnte. Aber eines Abends …“ Sie stockt, sucht nicht nach Mitleid, nur nach Worten. „Es war nicht meine Wahl. Und als ich schwanger wurde, war ich für sie nur noch Schmutz. Ich wurde noch in derselben Woche auf die Straße gesetzt.“ Ich sah ihre Hände, die auf der Decke ruhen, die Finger leicht verkrampft. Ich spürte ihre Verletzlichkeit, ohne dass sie sich laut zeigte. „Meine Mutter war da schon tot. Ich hatte niemanden mehr. Nur eine Tante im Elsass. Mit dem letzten Geld für ein Zugticket bin ich zu ihr. Sie hat mich aufgenommen, ja – aber widerwillig. Als Luc geboren wurde, half sie bei der Hebamme … doch sie wollte kein Baby im Haus. Wir stritten immer häufiger. Eines Morgens packte ich meine wenigen Sachen, nahm Luc auf den Arm und ging.“ Ich hielt den Atem an, konnte mir vorstellen, wie schwer das für sie gewesen sein musste – ein kleines Kind, keine Sicherheit, kein Zuhause. „Ich wusste nicht, wohin. Ich lief einfach die Landstraße entlang. Da hielt ein Mann mit einem Pferdefuhrwerk an. Ein ruhiger Mann, vielleicht schon um die vierzig. Nicht schön, aber ehrlich. Er fragte, ob er mich ein Stück mitnehmen könne. Ich war verzweifelt und erzählte ihm meine ...