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Titel: Der Nachtzug
Datum: 15.04.2026, Kategorien: Fetisch
Es war kurz nach Mitternacht, als der Zug langsam aus dem Bahnhof rollte. Die schweren Räder ratterten gleichmäßig über die Gleise, während das Licht in den Gängen gedimmt wurde. Der Duft nach altem Stoff, Metall und einem Hauch kalter Winterluft hing in der Kabine. Draußen glitten die letzten Lichter der Stadt vorbei, bevor die Dunkelheit der Landschaft sie verschluckte. Sie saß am Fenster, obwohl sie es nicht sehen konnte. Ihre Hände ruhten auf ihrem Schoß, die blassen Finger leicht ineinander verschränkt. Sie war 18, erst vor wenigen Monaten volljährig geworden, mit einem schlanken, fast zierlichen Körper -- sportlich, aber weich, mit kleinen, festen Brüsten und einem Hintern, für den sie oft Komplimente bekam. Ihr blondes Haar war zu einem lockeren Zopf geflochten, der auf ihren Rücken fiel. Die getönten Gläser ihrer Brille verbargen ihre blinden Augen, aber ihre Lippen bebten leicht. Sie fror. Nicht körperlich -- der Zug war geheizt -- aber in ihrem Inneren hatte sich eine bittere Kälte ausgebreitet. Der Streit mit ihrem Freund lag keine zwei Stunden zurück. Laut war es geworden, gemein. Er hatte sie angeschrien, und sie hatte geschrien, zurückgeschlagen mit Worten, die sie nicht so gemeint hatte. Und dann, auf seltsame Weise, hatten sie sich noch einmal geliebt. Schnell, verzweifelt, fast wütend. In der winzigen Bahnhofstoilette. Er war tief in sie eingedrungen, hatte sie gegen die Wand gepresst, ohne ein Wort. Es war kein Liebemachen gewesen. Es war ein letzter ...
... Versuch gewesen, zu spüren, was sie vielleicht schon verloren hatten. Jetzt war sie allein. Und sie hatte zu viel getrunken. Viel zu viel. Kurz bevor sie eingestiegen war, hatte sie sich noch drei kleine Fläschchen Billiglikör reingekippt -- einfach, um nicht mehr zu denken. Sie fühlte sich leicht benommen. Ihre Wangen glühten, und das Zittern in ihren Fingern kam nun nicht mehr vom Frost ihrer Seele, sondern vom Alkohol in ihrem Blut. Die Kabine war leer gewesen, als sie eingestiegen war. Vier Liegen, zwei unten, zwei oben, roter Kunstlederbezug. Sie hatte sich die untere Liege am Fenster ausgesucht, sich hingelegt, Jacke als Decke, Kopfhörer in den Ohren. Doch der Zug war voll, und sie wusste, es war nur eine Frage der Zeit, bis jemand kam. Und dann hörte sie ihn. Seine Schritte waren langsam, schwer. Nicht unsicher, aber bedächtig. Die Kabinentür wurde geöffnet. Sie zog die Kopfhörer heraus, drehte den Kopf in Richtung der Tür. „Ist hier noch frei?" fragte eine tiefe, rauhe Stimme. Alt. Beruhigend. Und doch... irgendetwas ließ sie die Luft anhalten. „Ja", sagte sie leise. „Ich glaub... ja." „Gut." Er stellte etwas ab -- wahrscheinlich einen Koffer -- und ließ sich auf die gegenüberliegende untere Liege fallen. Die Federn quietschten unter seinem Gewicht. Stille. „Bist du allein unterwegs?" fragte er nach einer Weile. Sie nickte, dann merkte sie, dass er das nicht sehen konnte. „Ja. Nach Stuttgart. Du?" „Bis Zürich. Ich mag Nachtzüge. Man ...