1. Titel: Der Nachtzug


    Datum: 15.04.2026, Kategorien: Fetisch

    ... sieht so viel... oder spürt so viel."
    
    Sie schmunzelte schwach. „Ich spüre auch lieber. Sehen kann ich eh nichts."
    
    Eine Pause.
    
    „Blind?"
    
    „Seit ich fünf bin."
    
    „Dann hast du andere Sinne geschärft, was?"
    
    Wieder dieses Vibrieren in seiner Stimme. Etwas daran ließ sie die Knie enger zusammenziehen. Nicht aus Angst. Aus etwas anderem, das sie nicht benennen konnte.
    
    Sie wollte antworten, aber stattdessen gähnte sie. Der Alkohol machte sich bemerkbar. Ihre Glieder wurden schwer, ihre Gedanken langsamer.
    
    „Ich glaube, ich... schlafe ein bisschen", murmelte sie.
    
    „Tu das. Ich halte Wache", sagte er leise.
    
    Sie zog ihre Jacke fester um sich, rollte sich auf die Seite. Ihre Jeans spannte an den Oberschenkeln, der Slip klebte feucht an ihr. Sie spürte noch immer das letzte Sperma ihres Freundes in ihr. Er war tief in sie gekommen, ohne Gummi, so wie immer. Und sie hatte nichts dagegen gehabt. Im Gegenteil.
    
    Sie schlief schneller ein, als sie erwartet hatte. Der Alkohol war warm in ihrem Bauch, wie ein schweres Tuch, das sich über ihre Gedanken legte. Ihre Atmung wurde ruhig, ihr Körper weich. Bald war sie völlig weg -- tiefer als gewöhnlich, schwerer. Ihre Lippen standen leicht offen, ihre Wangen gerötet. Sie lag halb auf dem Bauch, ein Bein angewinkelt, das andere ausgestreckt. Die Jeans hatte sich ein wenig heruntergeschoben, und ein feiner Streifen ihrer weißen Unterhose war sichtbar geworden. Sie merkte es nicht. Sie merkte nichts mehr.
    
    Der alte Mann ...
    ... auf der gegenüberliegenden Liege saß noch aufrecht. Er hatte sie beobachtet. Nicht aufdringlich. Nur... aufmerksam. Seine Augen lagen lange auf ihren Lippen. Auf ihrer Haut. Ihrem Hals. Der zarten Wölbung ihrer Hüfte. Der leichte Alkoholgeruch, gemischt mit einem Hauch Sex, lag noch immer in der Luft.
    
    Er war alt -- über siebzig vielleicht -- aber kräftig gebaut. Breite Schultern, große Hände. Und zwischen seinen Beinen zeichnete sich etwas ab, das für sein Alter ungewöhnlich war. Seine Hose spannte, obwohl er nur saß. Langsam beugte er sich nach vorne, nahm seine kleine Ledertasche, öffnete sie leise.
    
    Drinnen klirrten die Pillendosen. Blaue Tabletten, ordentlich sortiert. Er nahm eine heraus, ließ sie zwischen den Fingern kreisen. Dann noch eine. Und noch eine. Er zögerte kurz -- dann steckte er sich alle drei in den Mund, schluckte sie trocken.
    
    Er wusste, was er tat. Er hatte diesen Moment nicht geplant -- aber als er sie gesehen hatte, diese junge, blinde Schönheit, mit ihren zitternden Lippen und der feuchten Haut, war in ihm etwas erwacht, das längst vergangen geglaubt war.
    
    Er wartete.
    
    Die Minuten zogen sich, während der Zug durch die Nacht rauschte. Immer wieder glitten schwache Lichtkegel durch das Abteil, beleuchteten für den Bruchteil einer Sekunde die Konturen ihres Körpers. Ihre Brüste bewegten sich unter dem dünnen Top bei jedem Atemzug. Manchmal murmelte sie etwas im Schlaf, zu leise, um Worte zu verstehen.
    
    Und irgendwann begann sich seine Hose zu ...
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