1. Verenas Schulzeit


    Datum: 22.04.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,

    ... man beginnt, sich selbst mit neuen Augen zu sehen.
    
    Zwischen uns (aus der Erzählerperspektive)
    
    Montagabend. Die Sonne war längst hinter den Hügeln der Eifel verschwunden, der Flur des Internats lag in trüber Neonbeleuchtung. Verena saß auf ihrem Bett, die Beine angezogen, den Blick auf den karierten Bettbezug gerichtet. Caro lag gegenüber, ein Hörbuch lief leise über ihr Handy, aber sie hatte den Kopfhörer längst aus dem Ohr gezogen.
    
    „Du bist komisch, seit dem Wochenende", sagte sie schließlich.
    
    Verena zuckte kaum merklich mit den Schultern.
    
    „Ist was passiert? Bei dir zuhause? Oder... jemand geschrieben?"
    
    Eine lange Pause. Dann:
    
    „Tobias hat sich wieder gemeldet."
    
    Caros Blick veränderte sich nicht sofort. Sie wartete. Verena rang nach Worten, suchte nach einem Einstieg, der das, was passiert war, weniger... endgültig erscheinen ließ.
    
    „Ich war... bei ihm. Vor zwei Wochen. An dem Tag, als ich dir gesagt hab, ich geh in den Ort wegen Duschgel und so... da hat er mich gesehen. Im Auto."
    
    Caro richtete sich langsam auf. „Und du bist eingestiegen?"
    
    Verena nickte. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch. „Er war... nett. Nicht so wie beim letzten Mal. Ganz ruhig. Ich dachte, er will nur reden."
    
    „Und? Hat er nur geredet?" Caros Ton war ruhig, aber kalt geworden.
    
    Verena schwieg.
    
    „Verena."
    
    „Es ist passiert. Wir... es ist passiert."
    
    Stille. Dann stand Caro auf, lief einmal durchs Zimmer, blieb am Fenster stehen.
    
    „Du hast... mit ihm ...
    ... gevögelt? Nach dem, was in der Umkleide passiert ist?"
    
    Verena nickte. „Ich weiß, wie es klingt. Aber er war anders. Er hat... zugehört. Sich entschuldigt. Es war nicht so wie beim ersten Mal."
    
    Caro drehte sich um, fassungslos. „Nicht so wie beim ersten Mal? Was genau heißt das? Dass er dir diesmal vorher Tee angeboten hat? Dass er nicht so grob war? Verena, wach auf! Der Typ ist Anfang dreißig. Du bist achtzehn. Er ist dein Trainer. Er hat Macht über dich. Und er benutzt das. Punkt."
    
    Verena schluckte. Sie hatte diesen Moment gefürchtet. Nicht, weil sie nicht wusste, was Caro sagen würde - sondern weil sie tief in sich dieselben Gedanken gedacht hatte. Nur leiser. Verdrängter.
    
    „Ich weiß nicht, was ich denken soll", flüsterte sie. „Es war... schön. Irgendwie. Ich hab mich gesehen gefühlt. Endlich mal."
    
    „Du hast dich gesehen gefühlt, weil du endlich jemandem was bedeutest? Weil jemand dich beachtet hat? Verena, du bist wunderschön, klug, und zehnmal mehr wert als irgendein Kerl mit Sixpack, der nicht weiß, was Verantwortung heißt."
    
    Tränen stiegen in Verenas Augen. „Ich wollte es. Ich war nicht gezwungen."
    
    „Weißt du, was ich glaube?" Caro kam zurück, setzte sich neben sie. „Ich glaube, ein Teil von dir wollte es wirklich. Und ein anderer Teil... hatte einfach keine Kraft, nein zu sagen. Beides kann stimmen. Aber das macht es nicht weniger falsch von seiner Seite."
    
    Verena sah ihre Freundin an. „Und was soll ich jetzt machen?"
    
    „Erstmal? Halte Abstand. Komplett. ...
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