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Verenas Schulzeit
Datum: 22.04.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,
... Schuhcreme und irgendwas Gekochtem. Als er die Tür aufschloss, sah ich zuerst die Unordnung: Auf dem Sofa ein zerknülltes Sweatshirt, auf dem Couchtisch drei leere Pizzakartons, ein halb ausgetrunkener Energy Drink. Der Boden war nicht gefegt. Wäsche lag in einer Ecke. Auf der Wand ein Kalender mit einer nackten Frau in High Heels. Tobias zuckte mit den Schultern. „Nicht aufgeräumt" murmelte er. Ich trat langsam ein. Sah mich um. Die Wohnung war nicht besonders - ein wenig schäbig, ein bisschen traurig. Und doch war ich hier. Mit ihm. Wieder. Er ließ mich machen. Redete nicht viel. Ich setzte mich aufs Sofa, er blieb in der Tür stehen. „Du bist mir wichtig, Verena", sagte er leise. „Nicht nur... weil du schön bist." Ich wusste nicht, was ich darauf sagen sollte. Ich spürte nur, dass in mir zwei Stimmen kämpften. Die eine, die verstand, dass ich hier nicht hätte sein sollen. Und die andere, die sich wünschte, gesehen zu werden. Ich wusste nicht, wie lange ich dort auf seinem Sofa saß. Die Luft war stickig, roch nach altem Teppich und irgendetwas Bitterem, das ich nicht benennen konnte. Tobias war kurz in die kleine Küche gegangen, hantierte mit einer Tasse, Wasserkocher, vielleicht Tee. Vielleicht auch nur, um Zeit zu überbrücken. Ich starrte auf den Tisch vor mir. Eine Fernsehzeitschrift, ein kaputtes Feuerzeug, Krümel. Und ein leerer Blick in meine eigene Unentschlossenheit. Als er zurückkam, stellte er mir eine Tasse hin, zog sich einen Stuhl ...
... heran. Nicht zu nah, nicht zu weit. Sein Gesicht war neutral, vorsichtig. Vielleicht auch abwartend. „Ich wollte dich nicht verletzen", sagte er nach einer Weile. „Ich war einfach... mitgerissen." Ich hörte nicht nur seine Worte, sondern das unausgesprochene Dazwischen. Die Ausflüchte. Die leise Schuld, eingewickelt in Charme. Ich schwieg. Nicht, weil ich nichts zu sagen hatte. Sondern weil ich nicht wusste, wo anfangen. Was mir zustand. Was ich mir selbst zugestehen durfte. „Du bist keine Kleine mehr", sagte er dann leise, fast bewundernd. „Du hast dich verändert." Ich sah ihn an. Für einen Moment ohne Angst. „Ich bin dieselbe", sagte ich ruhig. „Nur... wacher." Er nickte. Schweigend. Ein Muskel zuckte an seiner Wange. Und dann sagte ich etwas, das ich selbst nicht hatte kommen sehen: „Warum ich hier bin - ich glaube, ich wollte wissen, ob du mich damals gesehen hast. Wirklich." Er schloss die Augen für einen Moment, als müsse er sich sammeln. „Ich hab dich gesehen, ja. Vielleicht mehr, als gut für dich war." „Und für dich?", fragte ich. Er lächelte schief. „Vielleicht mehr, als gut für mich war." Ich stand auf. Nicht abrupt, eher langsam. Meine Tasse war kaum angerührt. „Ich muss gehen", sagte ich. „Ich wollte nur... es verstehen." „Verena..." Ich zögerte. Da war er wieder. Dieser beschwichtigende Klang in seiner Stimme. Dieser begehrende Blick. Und mein getretenes Selbstbewusstsein, das sich nach Anerkennung sehnte. Danach, ...