1. Erika in der Von-der-Tann-Straße 02


    Datum: 23.04.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,

    ... war lieb, kannte in dieser Stadt „kein Schwein", wie er sagte, und hatte sie noch nicht gefragt ob sie zusammen gehen wollten. "Na ja, ein paar Frauen kenne ich schon", hatte er plötzlich gesagt.
    
    Ihre Gedanken schweiften ab. Während sie das zweite große Glas eines zum Glück guten Rotweins trank, musste sie sich dringend über einiges klar werden.
    
    War sie dabei sich zu verlieren, in dieser Straße, in diesem Haus? Zwei Männer gleichzeitig... War die Zeit für einen Aufbruch und Neuanfang gekommen, oder eher für eine Flucht? Bald würde sie hier schon ein ganzes Jahr wohnen, eine lange Zeit.
    
    Sie musste einmal im Monat ihren Körper Herrn Eisler überlassen. Sie wusste erst seit diesem Tag, dass sein Vorname Matthäus war, und dass er außerdem einen Bruder hatte. Dabei wohnte sie schon so viele Monate nur ein paar Etagen über ihm!
    
    Mittlerweile überließ sie sich ihm freiwillig, mehr oder weniger. Heute konnte es daran gar keinen Zweifel mehr geben, und vor vier Wochen hatte sie den Mann bei sich nicht nur empfangen, sondern auch übernachten lassen.
    
    Alles änderte sich, auch ihr Verhältnis zu ihm. Aber -- es tat sich einerseits so wenig, was Vertrautheit anging, aber so viel in der anderen Hinsicht.
    
    In Schmuddeldingen. Zwei Männer, nacheinander, und gleichzeitig auch, das kannte sie jetzt. Was war nur mit ihr los? Sie wollte sogar mehr, von allem, aber eben auch bei den versauten Geheimnissen, die es noch geben mochte.
    
    Darüber wurde sie sich gerade klar.
    
    Sie ...
    ... wünschte sich in exakt zweierlei Hinsicht mehr: erstens mehr an Beziehung, auch wenn sie nicht die geringste Idee hatte, wie er, Matthäus, darüber dachte. Im Grunde rechnete sie mit einer Abfuhr, wenn sie den Mut aufbrächte und ihn einfach fragte. In zweiter Hinsicht betraf das, was sie zu verändern wünschte, den Sex. Während sie Wein trank, dachte sie darüber nach, und das Erlebte verband sich mit der Ahnung, dass es noch viel mehr zu entdecken und zu genießen gab.
    
    Jawohl, Erika Himmel die Hässliche wollte in Zukunft einfach mehr Sex!
    
    Viel mehr sogar, wenn sie ehrlich war. Sie hatte kein TV, mied Menschen aus Scham und aus Geldmangel, jedenfalls bisher, aber ihr Körper schien einiges zu bieten zu haben.
    
    Matthäus -- in Gedanken durfte sie ihn duzen -- hatte anfangs komische Gefühle in ihr ausgelöst, als sie ihm Macht über ihren Körper einräumte. Es war hochnotpeinlich, aber eben auch wundervoll gewesen, diesen Leib, der ihr immer noch ein wenig fremd war, einem anderen Menschen zu überlassen. Sie hatte entdeckt, dass sie es als lustvoll empfand, wenn ein Mann ganz ungeniert seine sexuellen Gelüste an ihr befriedigte.
    
    Und in ihr befriedigte.
    
    Wenn sie nun nachts nicht schlafen konnte und auch jetzt nicht zur Ruhe kam, da es noch hell war, da sie sich neugierigen Hinterhausblicken aussetzte wie eine schamlose Exhibitionistin, dann kreisten ihre Gedanken nur noch um Sex. Erika empfand ihn kaum noch als delikat oder beschämend. Das war ein seltsamer Wandel, der auch ihr ...
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