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Ein Herbstspaziergang
Datum: 07.05.2026, Kategorien: 1 auf 1,
... Jaja, mach du nur, sagte ich. Übrigens morgen Abend bin ich spät zurück, dann ist die Reparatur beendet. Das ist ja super, soll ich dich abholen, fragte sie. Hm, erwiderte ich, die Maschine landet es kurz vor 23 Uhr, das wird bestimmt zu spät für dich. Ich nehme mir ein Taxi und wir sehen uns dann Freitag und gehen schick essen. Was hältst du davon? Auch eine gute Idee, ich freue mich auf dich, hauchte sie ins Telefon und legte dann auf. Kapitel 5 Am Freitag hatte ich nicht so viel zu tun und berichtete nur in der Firma von der gelungenen Reparatur. Dann buchte ich einen Tisch für zwei Personen bei dem besten Italiener im Ort und teilte dies per WhatsApp Marion mit. Es kam sofort der Daumen hoch und ein Herz zurück. Ich lächelte und freute mich auf den Abend. Um 9 Uhr abends waren wir rundum zufrieden satt und saßen bei Marion im Wohnzimmer. Ich glaube ich platze gleich und ließ mich nach hinten in die Polster fallen. Mir geht es genauso. Sie kuschelte sich an mich und nahm meine Hand. Du, sagte sie leise, ich wollte dir noch etwas sagen. Ja was denn mein Schatz, murmelte ich. Sie schaute mich lächelnd an und meinte dann, ich liebe dich sehr. Du wärst bestimmt ein guter Vater meiner Kinder. Ich schaute sie von der Seite fragend an. Aber, fuhr sie fort, jetzt in meinem Alter geht das nicht mehr, ich bin 39, der Zug ist abgefahren. Ich müsste mir dann anhören in der Schule, guck mal deine Oma holt dich ab. Nein, das möchte ich nicht, außerdem habe ich auch beruflich ...
... so viel zu tun, es passt einfach nicht mehr. Wie siehst du das, fragte sie mich. Nun erstens wären es dann unsere Kinder und zweitens bin ich ja noch viel älter, als du. Dein Opa holt dich heute schon wieder ab, was macht denn dein Papa? Das, entgegnete ich, will ich auf keinen Fall hören und die komischen Blicke von den Leuten will ich auch nicht. Sie lachte, gut dass wir beide da die gleiche Meinung haben. Ich möchte nur nicht, dass du dir Kinder wünschst und es mir nicht sagst aus Rücksicht. Keine Sorge Marion, sagte ich jetzt bestimmt, ich sage, was ich denke und fühle und das auch immer frei heraus. Sie nickte und legte den Kopf wieder auf meine Schulter. Bleibst du heute Nacht bei mir, fragte sie. Ja sicher meine Liebste, sagte ich, ich habe dich doch lange genug alleine gelassen. Wir schauten noch ein wenig fern und gingen dann zu Bett. Ein ganz normaler Abend, auch schön , dachte ich so für mich. Ich verbrachte jetzt die Nächte immer bei Marion und tagsüber dann bei mir zu Hause, oder in der Firma. Am Sonntagvormittag, nach dem gemeinsamen Frühstück gingen wir spazieren. In dem kleinen Wäldchen, wo wir uns zum ersten Mal getroffen hatten. Wir gingen nebeneinander Händchenhaltend durch den Wald und Marion fing an von ihrer Jugend zu erzählen. Ich will dir erklären, warum ich so bin, wie ich bin, sagte sie zu mir. Dann auf einmal wurde sie ernster und sagte mir, dass sie als Teenager vergewaltigt worden sei, es ihren Eltern aber nie gesagt hatte. Sie war mit ihrer ...