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Schulden
Datum: 10.05.2026, Kategorien: Reif
... ich wäre für einige Wochenenden ins Bordell gegangen, hätte die Schulden dort abgearbeitet, dann hätte ich es längst hinter mir gehabt und wäre in meinen Entscheidungen frei gewesen, schoss mir in den Kopf, was meine Laune schlagartig ins Bodenlose fallen ließ. „Na, wie war es, die Schnalle vom Chef zu knallen ...?", platzte es aus mir heraus. Michael sah mich mit offenem Mund und komplett entgeistert an, schüttelte den Kopf. „Ich fand es wunderschön ... Warum in aller Welt sagst du so etwas? Was um Himmels willen ist los mit dir, ist in dich gefahren? So kenne ich dich gar nicht ..." Wenn er mich geohrfeigt hätte, mich auf der Stelle ein zweites Mal „geknallt" und mich dabei übelst beschimpft und beleidigt hätte, das hätte ich verstanden, das hätte ich verdient gehabt. Seine sanfte Reaktion auf meinen unüberlegten verbalen Ausbruch war zu viel, ich brach in Tränen aus, schluchzte dabei wie ein Schlosshund. Michael blieb ganz ruhig, nahm mich in die Arme, streichelte mich und wartete ein wenig, bis es zumindest ein wenig „raus war". „Was ist los mit dir ... komm, sag' ... lass es mich wissen ... ich hör' dir zu!" Als würde ein Staudamm überlaufen oder brechen, platzte es aus mir heraus: „Ich bin so blöd ... hab' es mal wieder gründlich versaut ... verdammt, dabei mag ich dich doch ... ausgerechnet ... du, der Einzige, der sich um mich gekümmert hat ... was musst du nur von mir denken ... fickt mit dem Chef, nimmt sein Geld ... was für eine Frau tut ...
... das ... von einem Bett ins nächste ...", stammelte ich und japste dabei immer wieder nach Luft, während mein Körper unter dem Schluchzen auch immer wieder erzitterte. „Ich mag dich auch, Alexandra ... ich mag dich, wie du bist ... so, wie ich dich kennengelernt habe ...", mehr sagte er nicht, streichelte mich weiterhin. Kein „aber"? Kein „Das muss sich jetzt aber ändern"? Ich war verwundert und beruhigte mich langsam, sah dann ängstlich zu ihm hin. Michael strahlte mich an, nahm mein Gesicht in beide Hände und küsste mich. „Ich weiss es war wirklich viel für dich, was du durchgemacht hast ... jetzt geht es bergauf!" „Ich möchte, dass das mit Peter endet ... umgehend ...", hörte ich. Wer hatte das gerade gesagt? War ich das? Mein inneres Kind?? „Keine schlechte Idee ...", antwortete Michael und sah mich verschmitzt an. Was oder wer auch immer da aus mir gesprochen hatte, hatte recht, das musste sich jetzt ändern, sonst würde ich keine Ordnung in mein Leben bekommen. Außerdem, ich musste mir eingestehen, dass ich für Michael inzwischen tatsächlich etwas empfand, vermutlich mehr, als mir bewusst war. Wahrscheinlich hatte es sich ganz langsam und schleichend aufgebaut, nachdem ich mich ihm offenbart hatte und er für mich da war, was schnell mehr und immer häufiger geworden war. Wenn ich ihn nicht gleich wieder verlieren wollte, war es, das mit Peter zu beenden, meine erste und wichtigste Aufgabe. Ein Wunder, dass er mir überhaupt geholfen hatte. Wie mochte es ...