1. Schulden


    Datum: 10.05.2026, Kategorien: Reif

    ... Beziehung war und erneut heiraten würde. Ich fragte Michael, ob er damit einverstanden wäre, Peter und seine neue Partnerin zu unserer Hochzeit einzuladen. Er war es, und kurz darauf bekamen wir beide eine Gegeneinladung zu der Hochzeit von Peter, die gerade einmal zwei Wochen nach unserer stattfand.
    
    Auf beiden Festen hatten wir beiden Paare nicht viel Gelegenheit, uns näher kennenzulernen, bzw. dass Michael und ich Marianne, wie seine neue Frau hieß, kennenlernen konnten, bzw. umgekehrt. Das wurde einige Wochen danach nachgeholt, indem wir Peter und Marianne ein erstes Mal zu uns in unsere, inzwischen nicht mehr ganz so neue gemeinsame Wohnung einluden.
    
    Wieder wurde es ein wunderbarer und ausgelassener Abend, wie zwischen alten Freunden, von den ganzen emotionalen Spannungen, die wir gehabt hatten, war nichts zu spüren. Schnell gab es eine Gegeneinladung zu Marianne und Peter, die inzwischen ein eigenes Haus bezogen hatten.
    
    Auf einem der vielen Treffen, die sich in lockerer Folge immer wieder ergaben, kam es einmal zu einer besonderen Situation. Peter und ich standen in der Küche, arbeiteten gemeinsam an etwas, Michael und Marianne saßen auf der Terrasse, waren seit geraumer Zeit sehr angeregt in ein Gespräch miteinander vertieft.
    
    Peter nahm mit einem Mal wahr, dass ich die Uhr trug, die er mir zum Ausscheiden aus seiner Firma als Dank für meine Arbeit überreicht hatte. „Oh, du trägst sie?" „Ja, täglich, seit dem Tag, an dem du sie mir geschenkt hast." „Gerne" ...
    ... „Trug sie sogar auf unserer Hochzeit ...", fügte ich etwas leiser hinzu und streichelte sie wie einen kostbaren Schatz. „Alexandra ...", seufzte Peter mit einem Mal, sah mich mit etwas glasigem Blick an.
    
    „Ich denke immer wieder an die Nacht mit Mathias und ...", „Oh mein Gott, Alexandra!", platzte es aus Peter heraus, bevor ich den Satz beenden konnte. „Ich auch ... so oft ...", dabei legte er sich eine Hand vor das Gesicht.
    
    „Hundertmal habe ich schon überlegt, ob wir nicht mal zu viert ...", „Alexandra!", Peters Ton war scharf geworden, aber zugleich blieb er dabei völlig leise. „Der Traum meiner Träume ... aber ganz ehrlich, Marianne ...", dann sah er sich um, ob die beiden immer noch auf der Terrasse saßen und miteinander redeten, was zum Glück der Fall war. „Sie ist nicht wie du, ist eher ... die Generation meiner ersten Frau ... ich will nicht meckern, aber ich glaube, das brauche ich, das kann ich nicht vorschlagen, nie und nimmer ..." Ich sah ihn an, „Du hast sicher recht ... dumme Idee, dumme Vorstellung von mir ... Wenn ich darüber nachdenke, wäre das sicher auch für Michael zu viel, dich und mich erneut vereint zu wissen ..." „Damit hast du bestimmt recht, Alexandra." „Lass uns den Zustand, den wir erreicht haben, nicht aufs Spiel setzen, mein Lieber!", sagte ich und küsste ihn auf die Wange. „Das andere bleibt eine Idee für Nächte, an denen ich alleine im Bett liege ...", fügte ich hinzu, packte ihn kraftvoll am Po und schnappte mir die Schüssel mit dem Salat, ...