1. Die Abenteuer der Maya Klein 06


    Datum: 02.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... Gerichte sagen mir nichts." Sie sah Bommels Freund erwartungsvoll an, der sich rechts von ihr setzte und eine der Menükarten aufschlug. „Es gibt nicht so viele Gerichte, aber dafür sind sie sehr gut. Ihr seid übrigens meine..."
    
    Bommel verneinte. „Das lässt du bleiben, Wakili. Nicht wenn Maya dabei ist. Sie braucht sehr viel, um satt zu werden. Normalerweise isst sie zuvor etwas, doch heute haben wir in der Eile vergessen, ihr was mitzunehmen."
    
    Maya versuchte, es sich auf dem zu kleinen Sitz bequem zu machen. Wenigstens war der Tisch groß und breit genug, um ihre Beine darunter zu bekommen. Die Leute schienen sich prächtig über ihren Versuch, eine bequeme Sitzhaltung einzunehmen, zu amüsieren, doch auch das war sie gewohnt.
    
    Ein großer massiger Afrikaner trat an den Tisch heran, nahm die Anwesenden in Augenschein und stellte sich ihnen dann vor. „Mein Name ist Kasongo Ilunga, ich bin der Eigentümer dieses Restaurants. Es ist mir eine große Ehre, Sie bei uns willkommen zu heißen. Die Polizei Kölns leistet großartige Arbeit." Er legte seine rechte Hand auf die linke Schulter Mayas. „Zumal auch die größte Frau der Welt bei uns ist. Ich habe Sie im Fernsehen gesehen. Großartig! Einfach großartig. Sie sind ganz besonders."
    
    „Danke! Sehr nett!", antwortete Maya höflich und sah kurz zu ihm auf.
    
    „Wakili hat Ihnen hoffentlich schon mitgeteilt, dass Sie meine Gäste sind und ich mich sehr darauf freue, Sie bewirten zu dürfen. Seine Freunde sind selbstverständlich auch die ...
    ... meinen."
    
    Bommel wollte den Mann über Mayas Essgewohnheiten aufklären, als Wakili ihm seine rechte Hand über seinen linken Unterarm legte. „Lass ihn doch bitte. Für ihn ist es eine Würdigung gegenüber einer staatstragenden Institution."
    
    Wakili dankte seinem Chef für dessen Gastfreundschaft, und so taten es ihm sein Freund und dessen Kollegen gleich.
    
    Kasongo nickte in die Runde, zeigte ein freundliches Lächeln in seinem breiten Gesicht und winkte Nia heran, damit sie den Gästen etwas zu Trinken brachte, nachdem sie ihre Wünsche geäußert hatten. Dabei sprach er im Imperativ zu seiner Angestellten und gab sich harsch und unnahbar.
    
    Nachdem sich der Geschäftsführer entfernt hatte, wandte sich Wakili an Bommel. „Der Mann ist ein Frauenfeind und Schwulenhasser. Lass dich von seiner Freundlichkeit nicht täuschen. Seitdem er weiß, dass ich mit einem Polizisten zusammen bin, ist er auf einmal nett und umgänglich zu mir, kein Wunder bei dem Ausbeuterbetrieb, den er unterhält."
    
    „Aber machst du ihn nicht noch arschiger, wenn Maya ihm die Küche leer isst?", wollte Melissa wissen.
    
    „Nein! Sie soll sich ja nicht zurückhalten. Ich will ihn richtig verzweifelt sehen, den Idioten. Der halbe Laden läuft schwarz und in der Küche wird auch nicht jeder Kollege die passenden Papiere haben, da bin ich mir sicher. Die bekommen nicht einmal den Mindestlohn."
    
    „Tüchtiger Geschäftsmann würde ich sagen", erwiderte Mustafa, „zeig ihn an und gut ist."
    
    Wakili reagierte mit einem unsicheren ...
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