1. Die Abenteuer der Maya Klein 06


    Datum: 02.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... Gesichtsausdruck. „Ich hätte dann keinen Job mehr und meine Eltern damit die Kontrolle über mein Leben. Uns im Service bezahlt er ja einigermaßen, aber er ist dennoch ein guter Rechner. Er zahlt uns 16 € die Stunde, behält aber das gesamte Trinkgeld. Er rechnet allein ab, nachdem wir die Arbeit hatten."
    
    „Ist Mbika gut?", fragte Maya und sah zu dem afrikanischen Mann hinüber, der Bommel in diesem Moment auf seine Wange geküsst hatte.
    
    „Es ist alles gut, Maya. Probiere es! Du wirst es nicht bereuen! Der Koch ist wirklich klasse bei uns."
    
    Die riesige Frau nickte ihm zu und schlug die Karte zusammen.
    
    „Woher kannst du so gut Deutsch? Ich höre keinen Akzent heraus", fragte Melissa interessiert.
    
    „Ich habe schon im Kongo Deutsch gelernt, vorbereitend zu meinem Studium. Meine Familie ist wohlhabend und hat einen jungen Lehrer bestellt, der mir die Sprache beigebracht hat. Er unterhält jetzt eine private Sprachschule in Kinshasa. Ich telefoniere oft mit ihm."
    
    „Wie lange bist du schon hier?", fragte Mustafa weiter.
    
    „Zwei Jahre jetzt. Es wird also noch eine Weile dauern, bis ich zurückgehe."
    
    „Wow, du sprichst besser, als die meisten Deutschen", zeigte Maya ihre Anerkennung.
    
    „Danke Maya, lieb von dir." Wakili lächelte zu ihr hinüber.
    
    „Wie lebt es sich als Schwuler im Kongo?", wollte Melissa wissen. Sie schien sich überraschenderweise für Bommels Freund zu interessieren.
    
    „Das werde ich oft gefragt. In der Hauptstadt gibt es eine schwule Community und ...
    ... offiziell ist Homosexualität legal. Aber es gibt einen Gummiparagraphen, der dafür sorgt, dass wir unsere Sexualität nicht offen ausleben dürfen, also die Diskriminierung ist definitiv vorhanden. Man überlegte immer wieder ein Verbot, aber man konnte es bisher nicht durchsetzen. Dennoch ist es gefährlich, wenn man sich offen dazu bekennt."
    
    Maya hatte aufmerksam zugehört, wollte aber vor dem Essen noch einmal die Toilette aufsuchen. „Bestellt ihr mir jedes Hauptgericht einmal? Ich weiß dann, was mir davon am besten schmeckt, wenn ich nachbestelle."
    
    Bommel lachte, als Wakili die Kollegin erstaunt ansah. „Du hast danach noch immer Hunger?"
    
    Maya lächelte und nickte ihm zu. „Wahrscheinlich schon, ja. Du hast doch gesagt, ich soll mich sattessen." Sie sah sich um. „Habt ihr eine Behindertentoilette?"
    
    Wakili verneinte. „Du kannst aber ins Café schräg gegenüber gehen. Dort gibt es eine."
    
    Maya dankte ihm und verließ das Restaurant, sehr zur Verwunderung des Inhabers.
    
    „Sie gehen wieder?", fragte er erstaunt.
    
    „Nur auf die Toilette. Wakili meinte, im Café gegenüber gibt es eine behindertengerechte WC-Kabine, in einer normalen Kabine habe ich keinen Platz und ich möchte nichts kaputt machen."
    
    Der Betreiber zeigte Verständnis, geleitete sie zur Tür und sah ihr dabei zu, wie sie sich seitlich stellte und anschließend unter dem oberen Türrand hindurchbückte.
    
    Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befand sich ein nettes Café, genauso wie es Wakili beschrieben hatte. Maya ...
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