1. Die Abenteuer der Maya Klein 06


    Datum: 02.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... Situation.
    
    „Sehr gerne." Die Frau holte eine Karte aus ihrer Handtasche heraus und reichte diese an Maya weiter. „Falls Sie auf ähnliche Probleme stoßen sollten, wenden Sie sich gerne an mich. Ich unterstütze Sie mit Freude, wenn es um juristische Fälle geht."
    
    „Dankeschön. Ich hoffe, das wird nicht nötig sein." Maya winkte zu den Begleitern der Advokatin hinüber, dann war sie froh, endlich auf die Toilette zu kommen. Das Behindertenklo war sauber und geräumig, ein Glück für sie.
    
    „Vielen Dank noch einmal!", rief sie in die Richtung der Rechtsanwältin, während sie das Café wieder verließ, nickte der Barfrau zu, dann war sie froh, wieder zu ihrer Gruppe stoßen zu können. Das eine Bedürfnis wurde durch das andere ersetzt und das Hungergefühl schien ihr jetzt zu einer einzigen Qual zu werden.
    
    „Da bin ich wieder. Sorry, hat ein wenig länger gedauert", entschuldigte sie sich, während sie Platz nahm.
    
    „Ist doch nicht schlimm, solange du deine Notdurft ohne mein Zutun erledigen kannst", erklärte Melissa beiläufig.
    
    Mustafa und Bommel lachten, während Wakili sie fragend ansah und um eine Erklärung bat.
    
    „Maya muss im Dienst eine Einsatzrüstung tragen und Melissa hilft ihr dann beim großen und kleinen Geschäft, wenn es ansteht."
    
    „Sie braucht Hilfe?", fragte der Afrikaner verstört. „Das hört sich schon seltsam an."
    
    „Hey! Nichts gegen meinen Job als Arschabputzerin! Ich habe mich gerade erst damit arrangiert!", erklärte Melissa bestimmt.
    
    „Sie macht das auch ...
    ... wirklich sehr gut", erklärte Maya vergnügt.
    
    Melissa wandte sich ihr zu und grinste. „Ja, mittlerweile besitze ich die nötigen Ortskenntnisse, um mich auf deiner rektalen Geländefläche zurechtzufinden."
    
    Die Gruppe lachte ausgelassen und prostete sich gegenseitig mit ihren Getränken zu.
    
    „Habt ihr schon bestellt?", fragte Maya, sich dabei umblickend. Die Speisen der anderen Gäste rochen fantastisch und das Bild, welches die Gerichte boten, schienen ihre Geschmacksknospen noch zusätzlich zu umschmeicheln.
    
    „Was ist das denn für ‚ne Karte? Hast dir auf dem Weg zum Pott ‚nen Typen klargemacht?" Melissa blickte auf die Visitenkarte herunter, welche Maya neben ihr Besteck gelegt hatte.
    
    Maya verneinte. „Man wollte mich nicht auf die Toilette gehen lassen, weil ich nicht genügend behindert aussehe und kein Gast gewesen bin. Die Dame hat die Sache für mich geklärt und gemeint, dass ich sie anrufen soll, wenn ich noch einmal ihre Hilfe benötigen sollte."
    
    Wakili schien sich für das Thema zu interessieren. „Fühlst du dich denn behindert? Ich meine, wenn man dich so sieht, empfindet man im ersten Moment so etwas wie Neid."
    
    „Doch, sehr sogar", erklärte Maya bestimmt. „Zumal ich mich ja noch gut daran erinnern kann, wie es anders war und ich noch eine halbwegs normale Größe gehabt habe. Aber es macht sich überall bemerkbar. Es gibt keine Kleidung für mich zu kaufen, habe ich meinen Zyklus, reicht mir das größte Tampon nicht mehr aus und ich muss auf Einlagen wechseln. Unmengen ...
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