1. Die Abenteuer der Maya Klein 06


    Datum: 02.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... an, dass er sich an dieser Konstellation störte. „Hab ein bisschen zu fest geworfen." Sie reichte ihm die Pfeile. „Das nächste Mal ziehe ich sie selbst heraus."
    
    „Okay!" Wakili sah auf die Pfeile herunter, schüttelte seinen Kopf und setzte zu seinem ersten Wurf an. 18 Punkte! Die Frau hatte ihn völlig aus dem Konzept gebracht. Sie hatte nach der ersten Runde nur noch 366 Punkte übrig!
    
    Er warf im nächsten Wurf eine double 19 und eine 20. Wieder 76 Punkte. Unter anderen Umständen wäre er sehr zufrieden mit dieser Leistung gewesen. 349 Punkte! Und im Gegensatz zu der Riesin war er schon beim zweiten Wurf gewesen. Bommel warf eine gute 69 und Mustafa eine mäßige 55. Keine Konkurrenz, wie es aussah. Es sei denn, der Zufall wendete noch das Blatt für die beiden. Dart war ein vielseitiger Sport, und gerade bei Amateuren spielte das Glück oft eine entscheidende Rolle.
    
    Maya trat jetzt fast 6 Meter von der Scheibe zurück. Auch jetzt zeigte sie sich souverän. „Tripple 20 links!", kündigte sie an.
    
    Wakili sah den Pfeil kaum, so hart warf die Frau das Geschoss gegen die Scheibe. Ein lautes Poltern, da drang es in die angekündigte Stelle. 60 Punkte! Das konnte nicht wahr sein.
    
    „Tripple 20 rechts", hörte man Mayas Stimme. Sie war voll konzentriert in diesem Moment.
    
    „Musst dich dran gewöhnen. Das ist noch gar nichts. Maya ist der sportlichste Mensch, den ich kenne", meinte Bommel und legte seinem Freund den linken Arm über die Schultern und gab ihm einen Kuss auf die Wange. ...
    ... Der nickte nur und sah der Riesin weiter beim Werfen zu. Erneut knallte ein Pfeil gegen die Scheibe, nur leicht nach rechts versetzt vom ersten. 120 Punkte! Mit zwei Würfen!
    
    „Bullseye!" Maya warf erneut, doch dieses Mal hatte sie Pech. Sie verfehlte die Mitte um wenige Millimeter. Geworfen aus 6 Meter Entfernung! Enttäuscht trat sie an die Scheibe und ärgerte sich. „Fuck! Das ist doch scheiße."
    
    „Warum machst du nicht auf Meisterschaften mit?", fragte Wakili jetzt. „Ich habe noch nie jemanden so werfen sehen wie dich."
    
    Maya sah auf ihn herunter, reichte ihm die Pfeile und streckte sich vorsichtig. „Ist das Syndrom. Wäre nicht fair."
    
    „Und was macht das Syndrom noch mit dir?", fragte Wakili weiter. Die Frau war also nicht nur groß und kräftig.
    
    „Sie ist Superwoman!", lallte Melissa. „Ihr Körper ist der reinste Wahnsinn." Sie stand von ihrem Hocker auf und torkelte durch den Gang zurück an die Theke.
    
    Maya sah ihr nach und wirkte unschlüssig. Sollte sie Melissa darum bitten, nichts mehr zu trinken? Sie verwarf den Gedanken. Die Frau war alt genug, ganz im Gegensatz zu ihr selbst.
    
    „Du bist dran!", meinte Bommel. Während Mustafa die Wurfpfeile holen ging, warf Maya noch einen letzten Blick auf Melissa, dann nickte sie dem Kollegen und Freund zu.
    
    „Tripple zwanzig!", kündigte Maya an und warf in schneller Folge. Dabei donnerten die ersten zwei Pfeile links und rechts in das kleine Feld. „Bullseye!", dann schlug der Pfeil in die Mitte der Scheibe. Dieses Mal traf ...
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