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Ein Schicksal auf Rädern 11
Datum: 03.06.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,
... weggeblasen. ,,Aber Samuel vielleicht!, fuhr er Friedrich an, seine Augen funkelten gefährlich im Laternenlicht." Wenn er auf der Farm ist - und warum sollte er nicht wieder zurückgekehrt sein, wenn er für Harlow arbeitet?- dann ist jetzt die beste Gelegenheit!" Er trat dicht an Friedrich heran, sein Atem traf dessen Gesicht. ,,lm Schlaf, Friedrich! Wir überraschen ihn im Schlaf! Morgen früh könnte er uns von weitem kommen sehen, aufs Pferd springen und verschwinden -- und mit ihm unsere letzte Spur zu Anna!" Diese wahren Worte trafen Friedrich wie Peitschenhiebe, doch er war zu erschöpft um zu handeln. Ohne auf eine Antwort zu warten, handelte Tom. Mit raschen, effizienten Bewegungen löste er eines der Pferde aus dem Geschirr. Den Sattel, der auf dem Wagen verstaut war, warf er sich über die Schulter. Sekunden später lag er auf dem Pferderücken, die Riemen wurden mit schnelle Bewegungen zugezurrt. Das Tier schnaubte unruhig. Tom zog den nagelneuen Revolver aus seinem Holster - ein klobiges Ding, das er in Omaha mit ihren letzten Dollars erstanden hatte. Er prüfte die Trommel, das metallische Klick-Klack schnitt scharf durch die Nacht. Sein Blick fiel noch einmal auf Friedrich, der wie erstarrt mit dem Kind auf dem Arm dastand. ,,Wenn er da ist", sagte Tom, seine Stimme war jetzt ein eisiges Flüstern, das dennoch über die Prärie hallte,,,werd' ich ihn überwältigen. Ohnmächtig schlagen. Fesseln. Dann komm' ich mit Werkzeug zurück und hol' dich ab. ...
... Passt solange auf euch auf." Er gab dem Pferd die Sporen, ohne sich noch einmal umzusehen.,,Sei bloß vorsichtig!, rief Friedrich hinterher, seine Stimme klang dünn und verloren in der unendlichen Weite der Nacht. Seine Worte verfingen sich im Hufschlag, der schon schneller und schneller wurde und dann im Galopp in der Dunkelheit verschwand. Nur die Staubwolke blieb zurück, die sich langsam im schwachen Laternenlicht legte. Friedrich blieb allein zurück. Das Quietschen des schiefen Rades, der sich in der Luft noch immer langsam drehte, Jakobs leises Atmen und das unheimliche Zirpen der Grillen waren die einzigen Geräusche. Er drückte seinen Sohn fester an sich, als könnte ihm das Kind Wärme und Sicherheit geben. Das schlechte Gefühl in seiner Magengrube war kein dumpfer Schmerz mehr, sondern ein eisiger gewissenhafter Schrecken. Tom, der entschlossen in der Finsternis verschwunden war, und die Suche nach Anna eilig abschließen wollte um mit einer neuen Suche nach seiner Valentina zu beginnen. Diese Eile erschien ihm nicht wie die eines Retters, sondern wie ein Gesandter des Unheils. Er blickte in die Richtung seiner Farm, die noch immer unsichtbar im Dunkeln lag. Was würde Tom dort vorfinden? Einen schlafenden Samuel? Oder etwas... viel Schlimmeres? Die Stille der Prärie wog plötzlich tonnenschwer auf ihm. Er schloss die Augen und presste seinen Mund, mit einem Gebet ohne Worte auf den Lippen auf Jakobs weichen Haarschopf, während er auf Geräusche von Schlangen ...