1. Ein Schicksal auf Rädern 11


    Datum: 03.06.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,

    ... oder anderer gefährlicher Tiere oder den Galopp eines zurückkehrenden Pferdes lauschte, das Erlösung oder ein endgültiges Verderben bringen würde.
    
    Die letzten hundert Meter ließ Tom sein Pferd im langsamen Trab zurücklegen. Jeder Hufschlag auf dem staubigen Pfad klang ihm wie ein Donnerschlag in der nächtlichen Stille. *Wenn Samuel hier ist, döst der aufgeblasene Verräter sicher in Friedrichs Bett*, dachte er grimmig, während er das Herrenhaus im Mondlicht im Blick hielt. Ein wissendes Grinsen zog über sein Gesicht als er Licht aus der Wohnstube im Erdgeschoss flackern sah. *Dir schieb ich meinen Colt bis zum Hahn in den Arsch, du elender Verräter.*
    
    Dann sah er es definitiv, tatsächlich Lichter im Erdgeschoss. Die Scheiben leuchtete gelblich in der Dunkelheit. Sein Herzschlag beschleunigte sich. Lautlos glitt er vom Sattel, band das Pferd an einen knorrigen Zaunpfosten und zog den schweren Revolver aus dem Holster. Das kühle Metall in seiner Hand gab ihm trügerische Sicherheit. Auf leisen Sohlen, den Körper tief gebückt, pirschte er sich an das erleuchtete Wohnstubenfenster heran. Unter der Fensterbank duckte er sich, er war ein Schatten im Schatten. Langsam, Zentimeter um Zentimeter, schob er sich hoch, bis nur noch seine Augen und Stirn über den Sims ragten.
    
    Der Anblick ließ ihm den Atem stocken.
    
    ,,Verdammt... der Dreckskerl hat Verstärkung mitgebracht", fluchte er tonlos.
    
    Dort, im warmen Schein der Petroleumlampe, thronte ein stämmiger Fremder im Sessel. ...
    ... Sein Gesicht war vom einem tief in die Stirn gezogenen Hut verborgen. Doch was Tom sah, ließ keinen Zweifel daran. Die breiten, schwieligen Hände des Mannes ruhten nicht auf seinen Knien. Nein, sie *bewegten* sich über seinem Schritt. Rhythmisch. Beharrlich. Auf und ab. Ein langsames, selbstvergessenes Wippen, das unter dem losen Stoff seiner Hose eine deutliche, harte Wölbung andeutete.
    
    *Schläft er oder holt der sich einen runter?*, raste es durch Toms Kopf.
    
    Dann hörte er es: Ein tiefes, kehliges Stöhnen.,,Jaaah..." Der Fremde sank tiefer in den Sessel, seine Hüften hoben sich unwillkürlich.,,Leck meine vollen Eier, mein kleines Dienstmädchen..." Seine Stimme war rau, voll unverhohlener Lust.
    
    Tom spürte, wie sich sein Griff um den Revolverkolben verkrampfte. Die Mündung drohte gegen die kühle Scheibe zu stoßen. Mit einer abrupten Bewegung steckte er die Waffe zurück in sein Holster. 'Fast hätte ich mich durch ein verdammtes Klirren verraten...*, ermahnte er sich.
    
    In diesem Moment geschah das Unerwartete. Aus der Tiefe vor dem Sessel tauchte eine weiße Haube auf. Rüschenbesetzt, mit winzigen Spitzenborten verziert -- die Kopfbedeckung einer Dienstmagd. Ihr Träger blieb zunächst unsichtbar, nur der Hinterkopf war zu erkennen: dunkles, Haar schaute an ihrem Nacken unter der Haube hervor.
    
    Dann bewegten sich ihre Hände. Zierlich, fast zerbrechlich wirkend im Vergleich zu den Pranken des Mannes, die ihren Kopf weiter dirigierten. Sie umfingen den dicken, prallen ...
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