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Ein Schicksal auf Rädern 11
Datum: 03.06.2026, Kategorien: Widerwillen/Nichteinwilligung,
... Tage gefesselt im Stall verharren mussten, hatten die Seiten gewechselt. Nun standen sie wie Wächter mit Gesichtern die mit wettergegerbtem Leder überzogen waren, regungslos neben dem Anwalt Whitmore, der in seiner schwarzen Anzugweste und dem staubigen Zylinder wie ein unheilvoller Gevatter Tod vor dem Herrenhaus wartete. Die Rancharbeiter, die nun von Omaha zurück kamen -- grobe Kerle mit vom Rindertrieb gezeichneten Gesichtern und verschwitzten Hemden - ließen sich schwerfällig aus dem Sätteln gleiten. Ihr Blicke wanderten sofort gierig zum Herrenhaus. ,,Wo ist sie, Whitmore?", knurrte der Vorarbeiter, ein bulliger Mann mit einer Narbe über dem linken Auge. Er spuckte einen braunen Tabaksaft in den Staub. ,,Der Boss hat's versprochen: Die deutsche Stute für uns. Zum Einreiten für das Bordell, bis wir genug von ihr haben." Er lachte dreckig und hielt sich dabei seinen fetten Bauch. ,,Nach dem Verkauf und der Verladung der Rinder in der Gluthitze in Omaha haben wir uns das verdient!" Ein dumpfes Grummeln der Zustimmung ging durch die restliche fünf Männer. Ihre Augen glänzten vor müder, aber unmissverständlicher Begierde endlich wieder zwischen warmen Frauenschenkeln eintauchen zu dürfen und das auch noch Gratis, was die Sache doppelt so Schmackhaft machte. Whitmore trat einen Schritt vor. Sein Gesicht verstellte sich zu einer Maske aus gespieltem Trauer. Er hob eine schmale, fast zitternde Hand - eine Geste der Abbitte. ,,Gentlemen... Gentlemen..., begann ...
... er, sein Tonfall brummte schwer von gespieltem Bedauern ,,Euer... "Einsatz"... bei den Kaufleuten draußen in der Prärie. Und vor allem..." Er senkte die Stimme zu einem angewiderten Flüstern. ,,...was ihr mit Mrs. Clarissa Thomson bei dem Hinterhalt angestellt habt... das hat Wellen in Plattsmouth geschlagen. Große... Wellen." Die Männer tauschten unsichere Blicke. Der Vorarbeiter stieß dennoch ein hohles Lachen aus. ,,Ach was! Der Sheriff in Plattsmouth ist doch mit dem Boss dicke wie Pech und Schwefel! Der haut uns schon wieder raus!" Ein kaltes Lächeln spielte um Whitmores Lippen.,,Mr. Harlow, korrigierte er mit eisiger Präzision, "wurde von Mrs. Thomson während ihrer Anzeige... die sie noch unter Qualen beim Sheriff aufgab... namentlich als Auftraggeber dieser Schandtat benannt." Er ließ die Worte wirken, sah, wie das Selbstvertrauen der Männer schmolz und ihr dümmliches Grinsen sich in Besorgnis verwandelte. ,,Er musste die deutsche Hure freilassen, als hier ein Mob aus der Stadt auftauchte um ihn zu lynchen. Und er musste fliehen. Schnell. Sehr schnell bevor das aufgebrachte Mob aus der Stadt ihn schnappen konnte." Whitmore breitete die Arme aus, eine Geste, die die Leere der Ranch umfassen sollte. "Vor vier Tagen ist er gen Westen aufgebrochen. Um ein neues Leben mit seinem erspartem aufzubauen. Seine junge Frau..."- er deutete vage zum Haus -,,...holt er nach, wenn er sich ein Leben dort eingerichtet hat. ,,Bis dahin..." (* Er zog ein ...