1. Demonstration


    Datum: 05.06.2026, Kategorien: Schamsituation

    ... brannte, Tobi zu präsentieren, wie es unter meinem Rock zuging – anderen Menschen wollte ich diesen Anblick unter keinen Umständen gönnen. Daher nahm ich lieber die U-Bahn. Mit dem Rock auf dem Fahrrad – damit hatte ich keinerlei Erfahrung, und ich wollte nicht unbedingt mit der Ouvert-Strumpfhose beginnen, das zu üben.
    
    Es war so schon aufregend genug. Meine bestrumpften Beine der Öffentlichkeit zu präsentieren, das war eine komplett neue Erfahrung. Permanent kontrollierte ich, ob der Rock noch richtig saß. Es war ein sonniger, aber windiger Tag. Ich bereute, dass ich mich für einen so kurzen Rock entschieden hatte. Damit wollte ich natürlich Tobi anmachen, hatte aber irgendwie nicht bedacht, dass die Handhabung im öffentlichen Raum möglicherweise nichts für Anfängerinnen war.
    
    Dazu kam, dass der warme Wind direkt auf einen Bereich meines Körpers traf, der normalerweise mit mehreren Lagen Textilien bedeckt war. Das fühlte sich großartig an, machte mich aber andererseits immer kribbeliger.
    
    Wenn ihr wüsstet!, dachte ich, wenn Passanten an mir vorüberkamen. Wenn ihr wüsstet, was für ein verdorbenes Ding ich bin. Flink tapste ich die Treppen der Station hinunter und bestieg eine U-Bahn, die wenig später einfuhr. Die Hände legte ich auf meine Oberschenkel und strich dezent über das Nylon. Gut fühlte sich das an.
    
    Ich sehnte den Moment herbei, mich in Tobis Arme zu werfen. Er würde überrascht sein, dass ich einen Rock und eine Strumpfhose anhatte. Ich würde genau ...
    ... beobachten, wie sich seine begierigen Blicke in meine Beine bohrten. Aber wenn ich dann seine Hand langsam unter den Rock führen und er begreifen würde, was dort los war, dann würde es kein Halten mehr geben. Dann würde er über mich herfallen, zweifellos. Und wir würden uns nicht damit aufhalten müssen, meine Strumpfhose und meinen Slip auszuziehen. Ich war bereit.
    
    Plötzlich schrak ich auf. Während meiner Träumereien hatte ich gar nicht darauf geachtet, meine Knie züchtig aneinanderzudrücken. Ich war das Tragen eines Rockes einfach nicht gewohnt, schon gar nicht das Tragen eines so kurzen Rockes. Verstohlen blinzelte ich zu den Fahrgästen herüber, die mir gegenüber saßen. Hatte es jemand bemerkt? Hatte jemand einen Blick unter meinen Rock erhascht?
    
    Mir gegenüber saß ein Typ so etwa Ende dreißig. Erste graue Haare, aber sehr durchtrainiert. Bei meinem Versuch herauszufinden, ob er etwas bemerkt hatte, sah ich ihm unversehens direkt in die Augen. Er lächelte mich an, durchaus nicht unsympathisch. Erschreckt senkte ich den Blick. Vielleicht ist er ja einfach nur nett, versuchte ich mich selber zu beruhigen. Sowas konnte ja möglicherweise sogar in Berlin mal vorkommen.
    
    Dann kam eine Durchsage. Aufgrund einer „Störung im Betriebsablauf“ könne die Fahrt nicht fortgesetzt werden und würde an der nächsten Station vorläufig enden. Genervt stieg ich aus. Als ich den Bahnsteig hinunterlief, war plötzlich der Typ neben mir, der mir gegenüber gesessen hatte.
    
    „Falls das vorhin Absicht ...
«1234...9»