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Vernissage und ungewolltes Outing
Datum: 07.06.2026, Kategorien: BDSM
Die Episode zwischen BDSM und Schambereich liegt schon Jahre zurück, sie ist nicht ausschließlich aus meinen Tagebüchern, ich habe sie auf der Grundlage von Briefen, Photos, Ausdrucken von E-Mails und meiner Erinnerung und die meines Herrn rekonstruiert. Zunächst wollte ich eigentlich zwei daraus machen, aber die Inhalte gehören doch zusammen. Die genannte Sabine ist leider nicht mehr unter uns, dennoch habe ich mich entschlossen in Gegenwartsform zu schreiben. In Memoriam und baba liebe Sabine! Eines ihrer verfremdeten Bilder von mir hängt im Großformat heute über meinem Bett. Vernissage und ungewolltes Outing Es ist Ende Oktober, meine befreundete Bekannte, ja schon noch ein bisserl mehr, Sabine, nicht ganz unbekannte Photographin und Grafikerin ruft mich an. Ich kenne sie aus der Gruppe von Frauen, die, ebenso wie ich in jungen Jahren von Brustkrebs heimgesucht wurden und die damit offen, zuweilen auch offensiv und provokant umgehen. Ihre Arbeiten, Photographien, Selbstakte und Grafiken wurden schon mehrfach prämiert. Sie hat schöne Portraitphotographien von mir gemacht. Längst weiß sie um meine masochistische Neigung und unsere SM-Beziehung, auch du kennst sie persönlich von einer Vernissage. Sabine möchte erotische Aufnahmen von mir für eine Ausstellung, Bilder von mir nach einer Session, Bilder von mir, einer masochistischen Frau mit frischen Spuren, Striemen auf meinem Körper, einer Frau mit nach der Mastektomie völlig flacher, glatter, von der ...
... Peitsche gezeichneter Brust. Wohl als Provokation, als Zeichen, dass Lust, Erotik, Sex auch von nach wie vor mit Vorurteilen und Ablehnung behafteten Neigungen nicht nach solch einschneidender Veränderung des Körpers einer Frau endet. Ich bin mir nicht gewiss, ob du es mögen wirst mich für Aufnahmen zu zeichnen, die Spuren auf meinem Körper unserer Lust hinterlassen, um mich dann so photografieren zu lassen. Ich sage es Sabine. »Frag‘ ihn halt, mehr als nein geht nicht.« Ich denke, du wirst ›nein‹ sagen. »Ich mag ihn nicht einfach am Telefon fragen!« »Wann ist W. wieder in Wien?« »Ich weiß nicht genau, denk‘ in zwei Wochen!« »Gut, gib mir rechtzeitig Bescheid, dann arrangiere ich ein Treffen in netter Atmosphäre!« Meine Mailbox meldet sich, du hast angerufen, ich höre die Nachricht ab, bist übernächste Woche in Wien. Ich rufe sofort zurück, bist auch gleich dran. »Ich hätte eine Überraschung für Dich, Du musst aber mitmachen!«, mehr verrate ich dir nicht, du würdest gewiss spontan ›nein‹ sagen. Wir treffen uns in der Josefstadt im Café Hummel, hast deinen A 6 im Parkhaus in Hütteldorf abgestellt und mir einen hübschen Blumenstrauß mitgebracht. Bei unserer zärtlichen Begrüßung nimmst du mein Parfum wahr. »Cloé?«, fragst du. »Ja!« »Was ist mit der Überraschung?«, magst du nach zwei Glas Schlumberger wissen. »Wir sind heut’ Abend eingeladen, Sabine, du kennst sie von der Ausstellungseröffnung heuer im März in der Leopoldstadt, möchte ...