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Vernissage und ungewolltes Outing
Datum: 07.06.2026, Kategorien: BDSM
... etwas von uns!« Du schaust mich fragend an, etwas skeptisch, ich glaube du scheinst zu erahnen worum es gehen könnte. »Okay«, sagst du, »wo treffen wir uns?« »Im ›Gmoakeller‹ am Heumarkt um neunzehn Uhr!« »Muss ich mich umziehen!« »Nein!« Sabine mit ihrem beinahe weißen Buzz Cut, den sie nach ihrer Chemo und den wieder sprießenden Haaren trägt, erwartet uns, hat einen Tisch reservieren lassen, etwas abgeschieden, ohne lästige Zuhörer vom Nachbartisch. Sie lächelt uns, insbesondere dich gewinnend an, begrüßt uns sehr lieb, gibt mir Busserl. Als wir uns gesetzt haben kommt der Ober. »Bestellt’s Euch was!«, meint sie, sie hat bereits ein Viertel ›Gemischter Satz‹ vor sich stehen. Wir schließen uns an. Speisen wollen wir vielleicht etwas später. Sabine ist ziemlich direkt, erzählt begeisternd von ihrem Vorhaben. Du machst keinen sonderlich überraschten, aber auch nicht gerade einen sehr begeisterten Eindruck, sagst kurz: »Nein, das möchte ich nicht!« »Keine Sorge W., niemand, na ja, so gut wie niemand wird Constanze auf den Bildern erkennen können. Erstens die Aufnahmen werden in schwarz-weiß sein, zweitens Constanzes Gesicht wird nicht vollständig zu sehen sein und drittens die Aufnahmen werden auch noch vom mir bearbeitet!« Sabine klappt ihren Laptop auf, zeigt uns einige ähnliche Beispiele. Deine Miene hellt sich sichtlich auf. »Okay«, sagst du, »das ist etwas anderes, aber wir bestimmen den Zeitpunkt.« Sabine scheint ...
... zufrieden. Der etwas aufdringliche Ober kommt erneut, ich glaube bestimmt zum dritten Mal und möchte wissen, ob wir nun speisen möchten. Wir schauen uns an, nicken, er bringt die Karten. Ich weiß bereits ohnehin was du bestellen wirst, Kalbswiener, Sabine und ich bescheiden uns, Erdäpfelcremesuppe mit Pilzen, die ist super. Rasch werden Sabine und ich uns über die Rechte einig, schließlich hat es Sabine mit einer Vertragsanwältin zu tun. Ich behalte alle Rechte zur Zustimmung über die nicht für die Ausstellung benutzten Aufnahmen, ganz gleich ob Original oder bearbeitet, Sabine die für zwanzig von ihr veröffentlichten Bilder. Hernach wird es ein netter Abend. Gut vier Wochen später. Du hast einen beruflichen Termin bei den ÖBB am Praterstern, reist mit dem Zug an, bleibst vier Tage, das letzte Mal vor Weihnachten. Ich freue mich auf dich, das Treffen mit Sabine ist mir bisher nicht mehr wirklich aus dem Sinn gegangen, beschäftigt mich. Die unterschiedlichen Gefühle, angespannte Erwartung auf Neues, Zweifel, Ungewissheit, auch ein bisserl Furcht fahren hin und wieder Ringelspiel in meinem Kopf. Werde ich zu einer Session mit dir überhaupt bereit sein? Eine Session mit Ansage geht sich gewiss nicht aus, das wäre kein SM-Sex wie wir ihn leben, das wäre Prügeln. Karin, meine Kanzleiassistentin, sie schmeißt den Laden, spürt etwas, kennen wir uns doch schon seit Jahren, nur wenige Geheimnisse gibt es wohl zwischen uns. »Ist was mit Dir oder W.? Geht’s Dir nicht gut?«, fragt sie ...