1. Vernissage und ungewolltes Outing


    Datum: 07.06.2026, Kategorien: BDSM

    ... den Fingern über die Striemen, was nicht ganz ohne ein bisserl Schmerz abgeht.
    
    Mit dem Wartenbergrad fahre ich die nachgeschminkten Narben der Brust-OP nach, was ich zuvor noch nie getan habe, ein völlig neues Gefühl, mich so selbst zu berühren. Immer noch sind die Narben sehr empfindlich, ich habe das Gefühl, das alle Nerven, die mal in meinen Brustwarzen endeten nun in den Narben sind. Das kann ich nicht lang aushalten.
    
    Wieder eine Pause.
    
    Sabine bereitet ein schwarzes Lederchaiselongue mit Tüchern her, während ich meine ellenbogenlangen knallroten Lederhandschuhe über meine Hände und Unterarme, glattstreiche und in die passenden, extrem sexy Stiletto-Pantoletten schlupfe.
    
    Diesmal laszive Posen mit Glasdildo in Muschel und Popo, den Edelstahlplug in meinem Arsch, Ballknebel im Mund. Sabine gibt fast keine Anweisungen mehr, lässt mich gehen. Fortwährend klicken die Verschlüsse ihrer Kameras, unterbrochen nur von den Magazinwechseln. Ich bewege mich wie in Trance, stöhne und hechle laut, komme mehrfach, schreie und spritze meine Orgasmen heraus.
    
    Völlig erschöpft, kraftlos liege ich schließlich auf der Chaiselongue. Sabine deckt mich mit dem Bademantel zu. Langsam komme ich wieder zu mir.
    
    Auch Sabine scheint ein bisserl mitgenommen.
    
    Es dauert, beim Sekt zeigt sie mir die Probebilder von ihrer Digitalkamera. Ich sehe eine enthemmte, bis in die Fußspitzen geile, reife Frau ohne Brüste, mit den Spuren einer Session, wie sie provokant, obszön posiert, sich ...
    ... selbst befriedigt. Das bin ich?!
    
    »Constanze, so ein Shooting habe ich noch nie gemacht!«, meint sie zum Abschied, nimmt mich zärtlich in die Arme.
    
    Bereits Anfang Jänner, ich bekomme Sabines E-Mail-Einladung zu der Vernissage in der Galerie in der Leopoldstadt, dort werden die Aufnahmen von mir, die ich seit dem Shooting nicht gesehen habe, gezeigt. Es ist ein Freitagabend, ein Wochenende an dem du ohnehin in Wien bist. Wieder erfassen mich diese wechselnden Gefühle, Unruhe, Besorgnis, Vorfreude. Ich, nein es sind Aufnahmen von mir, von meinem von dir gezeichneten Körper in erotischen, ja schon eher pornografischen Posen, die öffentlich ausgestellt werden.
    
    Ein Anruf, Sabine: »Hast Du die Einladung bekommen, Du hast dich nicht gemeldet Constanze.« Sie lässt mich kaum zu Wort kommen. »Kannst du das dunkelblaue Samtkleid und mit Strumpfhaltern, High Heels anziehen? Und W. in legerem Abendanzug!« Noch ehe ich antworten kann, ist das Gespräch am Ende.
    
    Das kurze Cocktailkleid, meine Strumpfränder werden gewiss zu sehen sein, will mich Sabine provozieren? Ich bin hin und her gerissen, will Sabine anrufen, dann wieder nicht.
    
    Ich ziehe mich tatsächlich wie von Sabine gewünscht an und dir, meinem Herrn gefalle ich so auch, darüber den langen Mantel, schwarz glänzend mit den großen violetten Reverskragen. Und du, ganz in Schwarz, schlicht, Anzughose, Rolli, Winterjacke
    
    Etwas beklommen und mit Herzklopfen trete ich bei dir untergehakt in Hof des Hinterhauses, Heizpilze sind ...