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Der Schlüssel zur Versuchung 04
Datum: 10.06.2026, Kategorien: Liebende Frauen,
... gedankenverloren mit meinem Verlobungsring. Die Tigerin in mir rieb sich triumphierend die Tatzen und schärfte bereits ihre Krallen. "Also gut", sagte ich leise und sah ihm wieder in die Augen. "Heute in der Mittagspause. Wir können... ja, uns beim Italiener an der Ecke treffen. Um eins?" Sein Gesicht erhellte sich, als hätte jemand ein Licht in ihm angeschaltet. "Wirklich? Daniela, das bedeutet mir..." "Ich weiß", unterbrach ich ihn sanft. "Ich freue mich auch." Die Lüge fühlte sich diesmal fast wie eine Wahrheit an. Oder wollte ich nur glauben, dass ich auch zu einer ehrlichen Reaktion fähig war? Ich stand schließlich auf und strich mir die Hose glatt. "Dann bis später, Jan." Als ich sein Büro verließ, spürte ich seinen Blick im Rücken. Die Tigerin in mir streckte sich, zufrieden, weil der erste Schritt getan war. Doch irgendwo, tief in meinem Inneren, spürte ich ein winziges Stechen, als ich sah, wie sehr ich diesen anständigen Mann bereits mit meinen Plänen korrumpiert hatte und wie leicht ich im Stande war mit Hoffnungen eines Mannes zu spielen. Zur Mittagszeit, als ich den Porsche in eine schmale Parklücke manövrierte ließ die Anspannung mein Blut bis in die Fingerspitzen pochen. Das tiefe Brummen des Motors fühlte sich an wie eine Verlängerung meines eigenen, aufgewühlten Inneren. Durch die Windschutzscheibe sah ich Jan bereits vor dem rustikalen Gebäude des Italieners stehen. Seine Hände waren nervös ineinander vor seinem Schritt verwoben. Er war ...
... wohl zu Fuß gekommen und blieb seinem sportlichen Lebensstil treu, während er nun auf mich wartete. Ob er wusste was er sich da für eine Ratte in sein Boot holte? Nein keine Ratte, eine Tigerin auf der Jagd! Ein flüchtiges Gefühl, warm und berauschend, der Überlegenheit durchströmte mich. Ich ließ mir einen Moment Zeit, strich mir über den engen Blazer, atmete tief durch und stieg aus. Der Asphalt dampfte noch leicht vom letzten Regenschauer, als mein Stiefelabsatz den Boden berührte. "Daniela", begrüßte er mich mit einem unsicheren Lächeln und schob meinen Stuhl zurecht, als wir drinnen waren und ich platz nahm. Seine Finger berührten dabei kurz die Rückenlehne und dann meine Schuter. Es war eine zaghafte Geste und nicht was ich bei ihm suchte. "Ich bin froh, dass du dich nicht umentschieden hast." "Wie könnte ich", antwortete ich mit einer Stimme, die absichtlich weicher klang als sonst. "Nach deinen... Aufmerksamkeiten Gestern... konnte ich nicht anders." Ich ließ die Doppeldeutigkeit im Raum stehen, während ich die Speisekarte studierte, ohne die Worte und Zahlen darauf wirklich zu sehen. Meine Gedanken rasten. Ich musste vorsichtig sein, wie eine Tigerin, die sich an ihr Opfer anschleicht, damit er meine Absicht nicht witterte. Wir bestellten uns schließlich zwei Gläser Chianti und einfache Pasta, etwas, das nicht lange in der Vorbereitung dauern würde. Die Bedienung verschwand, und ein beklemmendes Schweigen breitete sich aus, das nur vom Klirren des ...