1. Die Abenteuer der Maya Klein 05


    Datum: 22.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... über sie. Er war in diesem Augenblick nicht mehr wichtig. Zählen tat nur noch der Mensch, der über viele Jahre hinweg an ihrer Seite gestanden, gesessen, gelebt und gefühlt hatte. Ihre beiden Familien waren einander bekannt und somit verschmolzen. Hunderte kleine und große Erlebnisse verbanden sie miteinander.
    
    Woran würde Hevi denken? Trotz aller nach außen hin gezeigten Lockerheit und Coolness war ihre Freundin ein Mensch, der in allem einen Grund oder eine Bestimmung suchte. Vielleicht auch in diesem Moment?
    
    Noch einmal blickte sie auf das Display, tippte eine Nachricht an Jeane und fragte die Freundin, wie es Manfred gehen würde. Seine Wohnung war groß und auf Gäste eingerichtet. Sie und Can würden dort geschlafen haben, dessen war sie sich sicher.
    
    „He sits in the kitchen and waits. He has hardly slept so far. Can and I take it in turns. We don't want to leave him alone", kam nach ein paar Augenblicken die Antwort.
    
    „Thank you both for being there for him", antwortete Maya.
    
    „Come round when you're ready. We can also drive to the hospital from here", schlug Jeane vor.
    
    „I wake Sascha up, eat something, then we come in. Please let us know immediately if there's anything new", bat sie die Freundin.
    
    Sascha war sofort wach, sah ihr kurz in die Augen, gab ihr einen Kuss und ging hinüber ins Bad. Auch er sorgte sich um Hevi, aber natürlich war ihm Manfred ebenfalls sehr wichtig, der in einer ähnlich großen Not gefangen war wie seine Verlobte.
    
    Nadja hatte ...
    ... inzwischen Essen gemacht. Sie gab sich keinen Illusionen hin. Das Familienfrühstück fiel aus. Maya und Sascha sollten sich einfach etwas zu Essen nehmen und anschließend auf den Weg zu ihren Freunden machen. Was für ein Schicksal! Sie selbst hatte nie schwanger werden dürfen, aber das Kind im Bauch zu verlieren, und dazu noch zu einem so späten Zeitpunkt, war wohl noch einmal eine Extrahölle.
    
    Falk schnitt neben ihr Gemüse auf, in Gedanken bei der Tochter. Er machte sich jetzt wahrscheinlich doppelt Sorgen: einmal wegen des Polizeieinsatzes in Köln und der Waffe, welche sie fortan tragen sollte, und wegen ihrer besten Freundin, die vom Schicksal eine solch harte Prüfung auferlegt bekommen hatte. Wahrscheinlich versuchte er zu ergründen, ob sein Schatz das alles verpacken konnte, ohne Schaden dabei zu nehmen.
    
    „Morgen!" Die Tochter bückte sich unter dem oberen Rand der Küchentür durch, trat an ihre Mutter heran, umarmte sie, gab ihr einen Kuss und überblickte die geschmierten Brötchen auf dem Esstisch. „Danke Mutti!"
    
    „Gern, mein Schatz!" Nadja wollte nicht fragen, ob es etwas Neues gab. Maya hätte sonst davon erzählen wollen, so gut kannte sie ihr Kind.
    
    „Morgen Paps!" Maya machte sich klein vor ihrem Vater, umarmte ihn und gab ihm einen Kuss.
    
    Falk sah zu ihr auf, betrachtete sie, streichelte mit seiner Hand über ihre Wange und sah ihr dabei zu, wie sie wieder zum Stehen kam. Egal, was er jetzt sagen wollte, es wäre nichts, was ihr wirklich helfen konnte.
    
    Sascha ...
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