1. Die Abenteuer der Maya Klein 05


    Datum: 22.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... kam jetzt ebenfalls in die Küche, grüßte die Eltern, setzte sich an den Tisch und freute sich über den Kaffee, welchen Falk ihm hinstellte. „Boah! Geil! Danke!"
    
    „Wie sieht euer Plan aus?", fragte Nadja die beiden.
    
    Maya hatte zum ersten Brötchen gegriffen und kaute, sodass Sascha antwortete.
    
    „Erst einmal zu Manfred, dann warten wir ab. Hevis Eltern wollten uns Bescheid geben." Er gähnte und hielt sich die Hand vor den Mund. Es hatte ihn Überwindung gekostet, so früh aufzustehen. Trotz der Dusche schien er sich noch nicht richtig berappelt zu haben.
    
    „Wird sie wieder?", fragte Maya die Eltern.
    
    Falk und Nadja tauschten Blicke aus, dann wandte sich Nadja ihrer Tochter zu. „Sie ist traumatisiert, Maus. Das geht nicht von heute auf morgen und wird bei ihr auch zwangsläufig Spuren hinterlassen. Sie wird noch oft in ihrem Leben an dieses Ereignis zurückdenken müssen, auch wenn es mit der Zeit an Macht über sie verliert."
    
    „Ich habe das Gefühl, dass sich alles um mich herum ändert, das macht mir Angst", meinte sie kleinlaut.
    
    „Du wirst erwachsen, Süße!", erklärte Nadja. „Dein Leben strukturiert sich jetzt zwangsläufig neu. Es wird vieles einfacher, aber es gibt natürlich auch immer wieder Dinge, die für dich problematisch sein werden und denen du dich stellen musst. Und meist ist das noch schwerer, wenn es nicht deine eigenen Sorgen sind, sondern die deiner Familie und Freunde." Nadja stand auf, trat hinter Mayas Sitzplatz und streichelte ihr über den Kopf. „Du bist ...
    ... dann oft nur Zuschauer und kannst nur raten."
    
    Die Tochter nickte, lehnte sich mit ihrer Stirn gegen die Brust der Mutter und verblieb für ein paar Sekunden so, dann wollte sie noch etwas essen. Sascha starrte vor sich hin, in Gedanken wahrscheinlich bei Manfred.
    
    Eine halbe Stunde später waren sie soweit. Maya war froh, dass sie wenigstens für den Moment aktiv waren; es nervte sie, auf Nachricht zu warten. Immer wieder tauchte der Gedanke in ihr auf, einfach ins Krankenhaus zu fahren, doch nachdem sie noch einmal Hevis ältesten Bruder angeschrieben hatte, bat er sie darum, davon abzusehen. Sie würden sich melden.
    
    Dieses Ungewisse war das Schlimmste für sie. Sie hatte nicht wirklich eine Ahnung, was ihre Freundin empfand. Was bewegte einen, ein Kind im eigenen Bauch zu spüren? Was ging in einem vor, wenn es sich zum ersten Mal rührte? Was, wenn man es verlor? Es musste unendlich schmerzhaft sein. Vielleicht so, als ob etwas von einem selbst gestorben wäre? Im Grunde genommen war es doch auch so.
    
    Sascha hatte sich in der Station gegen sie gelehnt. Beide in ihren Gedanken und Sorgen gefangen, warteten sie auf die nächste Bahn. Wenn Rebar, Zelal oder eines der Geschwister sich meldete, würde es mit der U-Bahn am schnellsten gehen. Auch von Manfred aus.
    
    Warum passierte so etwas? Was war der Grund? Warum hatte dieses kleine Würmchen nicht leben dürfen? Es kam ihr so unfair vor. Hevi wäre sicher eine sehr gute Mutter geworden, trotz ihrer Jugend. Und Manfred hätte ihr ...
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