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Die Abenteuer der Maya Klein 05
Datum: 22.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... geholfen, als Freund und wohl auch als Vater. So wie Nadja ihr. Was ging im Kopf ihres Freundes vor? Hatte er auch versucht, sich in Manfred und Hevi hineinzuversetzen? „Woran denkst du?", fragte sie schließlich zögerlich. Ein Blick zur Anzeige: Sie hatten noch vier Minuten, bis die nächste Bahn kommen würde. Er wandte sich halb um und sah kurz zu ihr auf. „Wahrscheinlich wirst du dich dran stören..." Sie schloss für einen Moment die Augen, atmete tief durch, dann wollte sie es wissen. „Jetzt rück schon raus." „Vielleicht ist es so am besten? Hevi kann mit einem Mann zusammen ein Kind zeugen und aufziehen, ohne dass jemand als Ersatz einspringen muss. Vielleicht sogar mit Manne? Kann doch sein. Sie ist ihm ja in den letzten Wochen kaum von der Seite gewichen. Und auch für ihn wäre es besser. Er kann jetzt eine Beziehung leben und wird nicht einfach in sie hineingestoßen. Weißt du, was ich meine?" Sie blickte auf seinen dunkelblonden Haarschopf herunter. Er hatte recht gehabt, sie störte sich daran. Sie fand es grausam, den Tod von Leben als Erlösung zu empfinden. „Bist jetzt sauer?", fragte er zerknirscht. „Nein. Ich kann deine Gedanken nachvollziehen. Aber sie stören mich trotzdem. Die beiden haben sich auf das Kind gefreut, ihnen war es scheißegal, wer nun der eigentliche Vater war. Es ist furchtbar, dass es so gekommen ist." „Ja, du hast recht", erwiderte er und schien es gut sein lassen zu wollen. Maya sah weiter auf ihn herunter und war ...
... enttäuscht. Sie wollte nicht, dass er so dachte. Jedes Leben zählte! Egal unter welchen Umständen es entstanden war. Es war Can, der ihnen aufmachte. Mit müdem Gesicht blickte er zu Maya auf, umarmte sie, dann war Sascha dran. Kurze Grußworte, dann ging er zurück in die Wohnung. Sie folgten ihm, hängten ihre Jacken auf und zogen sich die Schuhe aus. Can war in der Küche verschwunden. Von dort konnte Maya deutlich Jeanes Stimme hören, welche tröstende Worte sprach. „She will calm down again, believe it! She doesn't want to hurt you, she's just looking for the responsibility for what happened and finds it in herself." „She believes that Allah has punished her. For lying to her parents. She believes that she will only find peace once she has told her parents the truth, but she lacks the courage to do so", antwortete Manfred mit brüchiger Stimme. Er schluchzte laut auf. „She doesn't want to see me anymore! Said that she didn't deserve me and that she had disgraced me. And yet I suggested a sham marriage to her." „Sie braucht Zeit, Alter!", meinte Can. „Der ihr ganzer Kopf ist doch völlig zerfickt von dieser Sache. Natürlich sucht sie nach einer Ursache und glaubt, sie in ihrer Religion gefunden zu haben." Maya trat jetzt in die Küche, bückte sich unter der Tür durch und trat an Manfred heran, welcher mit auf Händen abgestütztem Kopf am Tisch saß. Sie beugte sich zu ihm hinunter, küsste ihn auf die Schläfe, richtete sich wieder auf und begrüßte dann Jeane. Auch sie wirkte ...