1. Die Abenteuer der Maya Klein 05


    Datum: 22.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... habe keine Lust, mir irgendeine Scheiße anzuhören, dass alles wieder gut wird."
    
    „Wo sind Rebar und Zelal?", fragte Maya unbeeindruckt.
    
    „Zuhause, hoffe ich. Sie wissen jetzt, dass ich eine Lügnerin bin und sie betrogen habe. Der soziale Dienst kümmert sich darum, dass ich ein paar Klamotten bekomme, dann bemüht man sich um einen Platz im betreuten Wohnen."
    
    „Du kannst doch bei uns wohnen", schlug Maya sofort vor. Auch Manfred bot seine Wohnung an, es waren ja schon viele ihrer Sachen bei ihm.
    
    „Du bist in Köln, was bringt mir das? Und Manfred? Du hast genug für mich getan. Ich muss jetzt meinen eigenen Weg gehen. Für mich allein."
    
    Maya sah entgeistert auf die Freundin herunter. Sie hatte Hevi noch nie so hart und böse reden hören wie in diesem Moment. Wütend ja, aufgelöst und zornig ebenfalls. Aber nie so nüchtern und kalt wie jetzt.
    
    „Was ist mit deinen Eltern? Lassen sie dich im Stich?", fragte Manfred leise.
    
    „Nein! Sie wollten mir verzeihen und haben es damit für mich noch schlimmer gemacht. Ich habe mein Kind getötet! Und das soll ohne Strafe bleiben?"
    
    Maya glaubte, nicht richtig gehört zu haben. „Fehlgeburten passieren. Du trägst dafür keine..."
    
    In diesem Moment schien Hevi voller Wut. „Jetzt laber keinen Quatsch, Maya! Allah hat mir das Kind genommen, um mich für meine Lügen zu strafen! Auch meine Eltern glauben das. Ich bin eine Mörderin! Ich habe mich von einem Idioten schwängern lassen und es genossen. Und Manfred noch zusätzlich zum Lügner ...
    ... gemacht."
    
    „Und wie viele Frauen verlieren ihr Kind und haben nichts dergleichen getan? Wo ist Allah da?", fragte Manfred gereizt. „Lass dir helfen, Hevi. Bitte! Ich will mit dir zusammen sein."
    
    Hevi sah in die Richtung des Fensters. „Du bist eine arme Wurst, Manne. Lieb, aber eben auch ziemlich dämlich. Ich habe dich doch nur ausgenutzt und dir etwas vorgespielt. Wird Zeit, dass du das erkennst."
    
    Maya schüttelte ihren Kopf. Sie glaubte nicht eine Sekunde daran, dass Hevi ihre Worte im Ernst gesprochen hatte. „Du weißt, dass das nicht stimmt. Du lügst schon wieder."
    
    Ihre Freundin lachte. „Siehst du! Selbst jetzt habe ich es nicht gelernt. Ich bin ein schlechter Mensch. Versteht das bitte! Und ich möchte nur allein sein und für mich die Konsequenzen leben, versteht ihr das? Geht jetzt! Bitte!"
    
    „Nein!" Maya blieb stehen, wo sie war. „Du kündigst nicht einfach unsere Freundschaft auf. Das geht nicht. Das kannst du nicht einfach so entscheiden."
    
    Hevi sah ihr direkt in die Augen. „Kann ich nicht? Ich glaube schon, dass ich das Recht dazu habe. Kannst ja mal deine Lehrer in der Polizeischule fragen. Ich will allein sein! Allein! Ich kann auch deine Kollegen rufen, damit sie dir das verklickern."
    
    „Du bist im Moment nicht klar, Hevi. Wie könntest du das auch...", versuchte Manfred zu intervenieren.
    
    „Halt bitte die Klappe, Manne! Du bist ein Guter, wirklich, aber ich habe dich nicht verdient." Sie wandte sich an Maya. „Und dich auch nicht."
    
    „Und dann sehen wir ...
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