1. Die Abenteuer der Maya Klein 05


    Datum: 22.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... uns nie mehr wieder, oder was?" Maya stiegen die Tränen in die Augen.
    
    Hevi sah mit steinerner Miene zu ihr auf. „Weiß ich nicht." Sie schloss für einen Moment die Augen, holte tief Luft, dann sah sie wieder Maya und Manfred im Wechsel an. „Geht bitte! Lasst mich nicht betteln."
    
    Maya wollte sich noch einmal zu der Freundin runterbeugen, doch wurde sie von ihr energisch weggedrückt. „Hör auf damit! Bitte!"
    
    Hilflosigkeit. Maya wollte jetzt nicht gehen. Das durfte einfach nicht sein. Den Blick immer noch auf ihre Freundin gerichtet, fühlte sie Manfreds Hand an ihrem Unterarm.
    
    „Lass sie bitte! Wir tun ihr gerade nicht gut."
    
    Warum tat die Freundin ihr das an? Sie hatten sich doch lieb. Sie verstand das nicht. Sie konnte doch helfen. „Hevi! Ich bleibe hier, okay? Scheiß auf die..."
    
    „Geht bitte! Du machst es immer schlimmer. Ich will dir nicht weh tun, okay? Bitte Maya! Ich kann einfach nicht mehr", sprach Hevi leise aber gefasst.
    
    „Komm! Es ist das, was sie sich wünscht. Vielleicht muss sie jetzt wirklich für sich sein", versuchte Manfred es erneut.
    
    Maya zögerte noch immer. Sie schluchzte noch einmal auf, fühlte den mitleidigen Blick von Hevis Zimmergenossin. Dann ließ sie sich von Manfred aus dem Zimmer herausführen. In diesem Moment hatte sie Angst, dass sie Hevi nie wiedersehen würde. „Darf ich dich anrufen?", fragte sie noch.
    
    „Erst einmal nicht", hörte sie noch die Freundin.
    
    Maya konnte sich in diesem Moment nicht daran erinnern, ob ihr schon einmal ...
    ... so weh getan worden war wie hier und jetzt. Sie liebte die Frau dort in dem Zimmer. Ein paar Meter entfernt und dennoch nicht für sie zu erreichen.
    
    „Komm! Lass uns runtergehen, auf der anderen Straßenseite ist ein Café", schlug Manfred vor und zog sie weiter.
    
    Maya reagierte nicht. Ihr Blick blieb auf die Zimmertür gerichtet, welche Manfred vor ein paar Sekunden hinter ihr zugezogen hatte.
    
    „Komm Türmchen. Im Moment können wir hier nichts gewinnen. Sie hat recht, wir tun ihr nicht gut."
    
    Maya wandte sich ab, sah auf ihn herunter und versuchte zu verstehen. Doch es gelang ihr einfach nicht. „Ich lasse mir doch auch helfen, wenn ich in Not bin. Warum kann sie das denn nicht?"
    
    Manfred drückte ihre Hand, so fest er konnte. „Weil sie es nicht möchte, Maya. Hevi versucht sich zu bestrafen, weil es kein anderer tut. Es ist ihr Versuch, mit diesem Verlust umzugehen. Wenn sie das verarbeitet hat, wird sie sich auch wieder bei uns melden."
    
    „Versprichst du es?" Sie sah ihn flehentlich an.
    
    Der Freund nickte. Sie ahnte, dass er in diesem Moment stark für sie war, obwohl er sich ähnlich elendig fühlte wie sie selbst.
    
    Sie verzichteten auf den Besuch des Cafés und fuhren mit der Bahn zu Manfred zurück. Er hatte Sascha Bescheid gegeben, aber auch Jeane, Can und Serkan. Alle, die helfen konnten, mit dieser Situation irgendwie umzugehen.
    
    Fast war Maya dankbar, dass sie nicht innerhalb der Woche in Dortmund war. Sie hätte das nicht ausgehalten. Sie fühlte sich ungerecht ...
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