1. Die Abenteuer der Maya Klein 05


    Datum: 22.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... nicht. Sie hatte jetzt keine Lust auf Theater. So konzentrierte sie sich weiter aufs Handy und wählte schließlich Manfreds Nummer.
    
    „Hey! Wie geht es euch? Alles gut?", fragte sie den Freund.
    
    „Türmchen! Wie geil! Schön, dich zu hören. Ich habe mich gestern gar nicht getraut anzurufen. Ich dachte mir, wenn du Bedarf hast, meldest du dich, und ich hatte Recht."
    
    „Wie so oft, du Schlaufuchs!", lächelte Maya.
    
    „Uns geht es gut. Hevis Hormone spielen Achterbahn, und das In-der-Schule-Hocken fällt ihr schwer, aber sie will unbedingt bis zur Prüfung durchhalten. Auf keinen Fall möchte sie die Klasse noch einmal wiederholen müssen für den Abschluss."
    
    „Ich bin gerade auf dem Weg zu ihr. Zur zweiten Pause müsste ich es schaffen." Maya blickte einer Drogensüchtigen nach, die auf dem Bahnsteig die Wartenden um Geld bat.
    
    „Sie wird sich einen Ast freuen. Wir wollten dich eh fragen, ob du morgen mit Schwimmen gehen magst. Sascha hatte gemeint, er würde dich später fragen, aber jetzt kann ich es ja direkt."
    
    „Klar! Wo denn?"
    
    „Im Solebad? Wenn, dann fahre ich nicht hin, um Sport zu machen. Einfach nur im warmen Wasser chillen, was sagst du?"
    
    „Das wäre auf jeden Fall nice. Geil!" Maya freute sich über diese Vorstellung und blickte der einfahrenden U-Bahn entgegen.
    
    „Türmchen, ich habe gleich ein Meeting mit einem Kunden. Sprechen wir nachher noch einmal über das Wann und Wie?"
    
    Maya ließ andere Menschen an sich vorbei, dann bückte sie sich selbst unter der Tür ...
    ... durch.
    
    „Ja, klar. Machen wir so." Sie lächelte und beendete das Gespräch. Manne! Er hatte mit keinem Wort Köln erwähnt. Eine Insel! Dieser Mann war eine. Und jeder durfte sich darauf retten, wenn er ihrem Schutz bedurfte. Das hatte auch Jeane gemeint. Sie nannte ihn Manni nice. Gerade in den letzten Wochen waren sie und Can oft bei dem Freund gewesen.
    
    Sie überblickte die Fahrgäste. Nicht alle sahen in ihre Richtung. Wie gut das tat. Einmal nicht hinter Handy oder Sonnenbrille verstecken müssen. Trotzdem führte sie sich In-Ear-Kopfhörer in die Ohren ein und stellte Musik an.
    
    Sie fuhr Stadtmitte, von dort aus dann weiter Richtung Südwesten. Noch ein paar hundert Schritte von der Station aus, dann stand sie an ihrer alten Schule. Noch war niemand auf dem Schulhof zu sehen. Wie seltsam es sich für sie anfühlte, kein Teil dieses Gebäudes zu sein. Es war noch keine drei Monate her, da war sie hier noch zur Schule gegangen. Sie setzte sich auf eine Bank, hörte Musik und versuchte, an nichts zu denken. Eigentlich musste sie dankbar sein. Es gab so viele liebe Menschen um sie herum, die bereit waren, ihr Liebe und Trost zu schenken und ihr zu helfen.
    
    „Türmchen!" Malte kam angehetzt und sah sie besorgt an. „Hast du schon gehört?", fragte er sie verstört.
    
    Maya war sofort hellwach. Dass der Freund sich nicht über ihren Besuch freute, musste etwas bedeuten und ganz sicher nichts Gutes.
    
    „Hevi ist mit dem Krankenwagen ins Hospital gebracht worden. Sie hatte starke Schmerzen und ...
«12...567...27»