1. Die Abenteuer der Maya Klein 05


    Datum: 22.06.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... sie sich schon kannten. Wie viel Zeit sie miteinander verbracht hatten. Welch unglaublich intensive Momente! Sie hatten auch immer mal wieder gestritten, aber niemals in einem Ausmaß, das ihre Freundschaft in irgendeiner Form gefährdet hätte.
    
    Würde das Kind leben? Könnte auch Hevi selbst in Gefahr schweben? Sie dachte in diesem Moment an ihre Geburtsmutter. Ihre Mutter war in einem Krankenhaus nicht weit von diesem entfernt während ihrer Geburt gestorben.
    
    Sie dankte Malte für den Kaffee, dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf das Fenster. Auch ihr Gehör versuchte, jede Stimme, die sie hörte, zu analysieren. Wenn etwas gesprochen wurde, wollte sie es hören. In der Cafeteria ging es um Schicksale, Krankheiten, Tratsch und Klatsch. Ältere Menschen, jüngere, Eltern, Kinder, Freunde, Verwandte, große und kleine Nöte und Sorgen.
    
    Sie nahm einen Schluck aus der Kaffeetasse, da hastete Manfred schon die Treppe zum Eingang hinauf, gefolgt von Sascha. Maya zögerte nicht, drückte den Stuhl zurück und stand auf, um den beiden entgegenzugehen.
    
    Manfred war außer sich. Er achtete seine große Freundin nicht weiter, drängte an ihr vorbei zur Theke und fragte die Dame direkt. „Ich bin der Verlobte von Hevi Ahmedi! Können Sie mir sagen, wo sie liegt?"
    
    Die Dame blieb ruhig. Wahrscheinlich war sie es gewohnt, dass die Angehörigen ihr gereizt und ungeduldig gegenübertraten. Sie sah wieder in ihrem Computer nach, dann blickte sie zu Manfred auf. „Sie wird gerade operiert. Es ...
    ... entscheidet sich erst im Anschluss, auf welche Station sie verbracht wird."
    
    Manfred atmete tief durch. „Was heißt das für mich?"
    
    „Dass Sie sich bitte setzen und warten. Im Moment kann ich Ihnen leider nichts anderes sagen."
    
    Manfred wollte niemanden grüßen, seine Gedanken waren einzig bei seiner Partnerin. Scheinehe? Für ihn galt das schon lange nicht mehr, und er war sich sicher, dass es Hevi genauso sah. Sie waren einander verbunden. Auch über das Kind. Er hatte es schon treten gefühlt und auch seinen Herzschlag gehört.
    
    Er wollte sich nicht hinsetzen und warten. Er musste sich beschäftigen. Er musste irgendetwas machen, um vor Sorge nicht durchzudrehen. Kurz sah er zu Maya auf. „Warum?", fragte er sie. Doch wie hätte die Freundin darauf eine Antwort haben sollen? Er schüttelte den Kopf, dann ging er weiter auf und ab, hilflos beobachtet von seinen Freunden.
    
    Sascha hatte seinen besten Freund noch nie zuvor so gesehen. Manfred war verzweifelt, verstört, weit entfernt von der sonstigen Gelassenheit. Fast war es ihm so, als ob der Freund bereits eine Ahnung hatte.
    
    Rebal und Zelal trafen zehn Minuten später ein. Manfred klärte Hevis Eltern mit brüchiger Stimme auf, bat sie darum, Platz zu nehmen, doch auch sie wollten stehen bleiben und bei ihm warten.
    
    Eine Nachricht ging von Jeane ein. Maya las ihren Dank für den wunderschönen gestrigen Abend und ihre Frage, ob man sich dieses Wochenende noch einmal sähe. „I don't know. Hevi is in hospital. There's something wrong ...
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