1. Die Geschichte der Maya Klein 11


    Datum: 02.07.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... da."
    
    „Mutter mischt sie auf. Keine Ahnung, ob die noch zum Essen bleiben wollen", stellte Sascha frustriert fest. „Dabei wollte Thomas euch endlich seine Eltern vorstellen. Aber ob er da gleich noch Lust drauf hat, bezweifle ich."
    
    „Nehmt eure Mutter einfach nicht so ernst", meinte Klaus. „Das habe ich euch immer wieder gesagt."
    
    Sascha schüttelte seinen Kopf. „Fällt einem nur schwer bei der eigenen Mutter."
    
    Marlene kam mit Tränen in den Augen in die Küche gelaufen. „Die Alte nervt mich so! Fragt sie Thomas allen Ernstes, ob sie die Jahre über zu wenig gastlich zu ihm war und er deshalb erst jetzt seine Eltern vorstellen möchte."
    
    Klaus schüttelte seinen Kopf. „Sie spricht ihre Gedanken offen aus. Das wisst ihr, und trotzdem ihr sie ein Leben lang kennt, verurteilt ihr sie dafür."
    
    Marlene konnte das Argument des Vaters nicht gelten lassen. „Du verpisst dich ja auch in ‚ner Woche wieder."
    
    Der Vater kannte diese Konflikte nur allzu gut. Und die Kinder hatten ja recht. Er hatte sich oft die Frage gestellt, ob er seine Ehefrau ausgehalten hätte, wenn er einen anderen Beruf gewählt hätte.
    
    „Wo ist Thomas? Hat er Bock, sich weiter von ihr fertig machen zu lassen?", fragte Sascha zynisch.
    
    „Keine Ahnung. Rosa wollte Nachrichten gucken, wahrscheinlich hofft er darauf, dass sie solange Ruhe gibt."
    
    Jetzt war es Sascha, der nervös reagierte. Er sah zu seiner Freundin auf, welche in diesem Moment kreidebleich wurde.
    
    „Ma? Was habt ihr denn eingekauft? Habt ...
    ... ihr uns was mitgebracht?", stürzte er ins Wohnzimmer, um seine Mutter vom Fernseher abzulenken.
    
    „Ist das Maya?", fragte Rosa verstört, als sie eine riesige Frau neben einer berühmten Sängerin auf der Bühne stehen sah. Thomas blickte entgeistert zu Sascha hinüber, während Maya es vorgezogen hatte, in der Küche zu bleiben.
    
    „Madi! Maya ist im Fernsehen!", rief Thomas jetzt und hielt das Fernsehbild an. Er spulte zurück zum Anfang der Berichterstattung.
    
    „Ey Leute! Das war nichts Besonderes. Ihr wisst, dass Maya schüchtern ist und das eigentlich nicht gewollt hat."
    
    Marlene stürzte ins Wohnzimmer und richtete sofort ihre Aufmerksamkeit auf den Bildschirm. „Zeig!", forderte sie ihren Freund auf.
    
    Sascha wurde schlecht. Seine Mutter würde jetzt sicher über Maya herziehen.
    
    „Sie tanzt und singt mit Jeane Jones!", kreischte Marlene los. „Das ist der Wahnsinn! Maya! Komm her! Bitte!" Die Schwester tanzte auf der Stelle und setzte sich auf den Schoß ihres Freundes, während die Nachrichtensprecherin fragte, wer die große Unbekannte sei.
    
    „Laut unserer Recherche dürfte diese junge Frau mit 2,28 Metern die zurzeit größte Frau auf der Welt sein und mit ihrer gezeigten Kraft wohl auch die Stärkste", erklärte die Nachrichtensprecherin.
    
    Rosa sah entgeistert, wie die Partnerin ihres Sohnes einen großen kräftigen Mann von ihren Schultern aus in die Luft hob und dort über einen langen Zeitraum hielt.
    
    „Das ist das Syndrom. Keine Leistung, die ihrem Willen entsprungen wäre", ...