1. Neue Begegnung


    Datum: 10.07.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,

    ... zärtlich. Sacht. So, wie man sich es eigentlich wünscht.
    
    Und trotzdem frage ich mich: Warum fühlt es sich an, als hätte ich mich selbst wieder ein Stück weiter weggelegt?
    
    Was hätte ich gebraucht? Ein Blick? Eine Frage? Ein „Bist du wach?" - nur irgendetwas, das mich hätte mitentscheiden lassen.
    
    Stattdessen bin ich in diesen Morgen hineingeflossen wie in so viele davor: angepasst, funktionierend, ergeben.
    
    Ich will nicht weinen. Es wäre übertrieben. Ich will auch nicht wütend sein. Es würde ihm nicht gerecht.
    
    Ich will... einfach nur verstanden werden. Vielleicht das zum ersten Mal. Vielleicht von mir selbst.
    
    Verena(06:17)
    
    bist du wach?
    
    Caro(06:18)
    
    boah ey. was ist los?
    
    Verena(06:18)
    
    ich hab was zugelassen. schon wieder.
    
    diesmal war's... nicht schön.
    
    Caro(06:19)
    
    wie meinst du das? war er grob?
    
    Verena(06:20)
    
    nein. das ist ja das schlimme.
    
    er war sacht. sanft fast.
    
    und trotzdem war ich nicht bei mir.
    
    ich hab's über mich ergehen lassen.
    
    Caro(06:21)
    
    du hast ihm einen geblasen, obwohl du nicht wolltest?
    
    Verena(06:21)
    
    nicht explizit „nicht wollte".
    
    eher... nicht gefragt wurde.
    
    nicht gesehen.
    
    ich bin einfach in die Rolle geschlüpft, wie automatisch.
    
    Caro(06:23)
    
    oh V.
    
    dein verdammter Reflex. Nähe geben, bevor du weißt, ob du sie willst.
    
    weil du denkst, dass du dich sonst wieder verlierst.
    
    Verena(06:24)
    
    ja.
    
    und ich frag mich:
    
    ist das jetzt meine Schuld, weil ich nichts gesagt ...
    ... hab?
    
    oder seine, weil er nicht gefragt hat?
    
    Caro(06:25)
    
    es ist keine Schuld.
    
    aber es ist ein Muster.
    
    deins.
    
    und vielleicht sieht er's nicht, weil du es so gut versteckst.
    
    du funktionierst zu gut.
    
    Verena(06:26)
    
    ich will nicht wieder kaputt gehen an sowas.
    
    Caro(06:27)
    
    dann hör auf, dich so schnell zu verschenken, V.
    
    er mag dich, das spürst du doch.
    
    aber wenn du dich selbst nicht schützt, macht es keiner für dich.
    
    Verena(06:28)
    
    und was soll ich jetzt tun?
    
    Caro(06:29)
    
    steh auf.
    
    atme.
    
    dusch ihn von dir runter.
    
    und dann überleg dir: was brauchst DU - nicht, was er will.
    
    Verena(06:30)
    
    ich brauch dich.
    
    Caro(06:30)
    
    du hast mich. Immer.
    
    und wenn du willst, komm ich vorbei. Heute. Sind nur 800 Kilometer
    
    Verena(06:31)
    
    nein.
    
    ich schaff das.
    
    aber danke, dass du da bist. Ich weiß, dass du's tun würdest
    
    wirklich.
    
    Kalter Kaffee
    
    Verena stand unter der Dusche, viel zu lange. Das Wasser rauschte über ihre Haut, aber sie spürte es kaum. Sie versuchte, sich zu reinigen - von der Scham, der Sprachlosigkeit, der Müdigkeit in ihrem Bauch. Von dem Gefühl, wieder etwas zugelassen zu haben, das nicht wirklich gewollt war. Oder nur halb.
    
    Als sie aus dem Bad kam, sitzt Sebastian schon am Esstisch. Er hatte Kaffee gemacht, frische Brötchen vom Bäcker, sogar ein paar Himbeeren in ein kleines Schälchen gelegt. Alles wirkte fast... liebevoll. Aber sie sah nur den Abgrund zwischen ihm und ihr.
    
    „Morgen", sagte er ...
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